Ich habe in den letzten Tagen etwas gelernt, das ich vorher eher als Satz kannte. So ein Satz, den man schon hundertmal gehört hat – und der trotzdem erst dann wirklich Gewicht bekommt, wenn er dich trifft.
Ich wollte Ende des Jahres aufräumen. Ordnung machen. Mein Workspace, mein Kopf, mein Jahr.
Und dann ist es passiert – habe es aber erst 40 Tage später bemerkt: Eine Datenbank, in der ich seit 2023 bis 2025 meine kompletten Ausarbeitungen gesammelt habe, war weg. Ein Klick zu viel. Und Diggi hat sofort gewusst, was das bedeutet: Nach 30 Tagen leert sich der Papierkorb meiner Cloud automatisch!
Will heißen: Nicht nur „ein paar Daten verloren“. Sondern: Jahre. Gedanken. Zwischenschritte. Die leisen Notizen, die man nie veröffentlicht. Dieses Heilige im Hintergrund.
Ich kann’s nicht schöner sagen: Das hat mich psychisch weggeballert.
Die Erfahrung von Endgültigkeit
Was mich an diesem Verlust so erschreckt hat, war nicht nur der Verlust selbst. Sondern diese Erfahrung von Endgültigkeit. Du schaust nochmal. Und nochmal. Als könnte dein Blick die Realität zurückholen. Als könnte ein „Refresh“ das Verlorene wieder auftauchen lassen. Und irgendwann musst du zugeben: Es ist weg.
Das war der Moment, in dem mir ein Gedanke hochkam: Die Bibel spricht so über Vergebung. Nicht als kosmetische Korrektur. Nicht als „wir tun mal so“. Sondern als echtes Wegsein.
Gott vergibt so, dass Schuld nicht mehr als Akte herumliegt. Nicht mehr als Beweismittel. Nicht mehr als das Ding, das mich nachts anstarrt.
Und trotzdem ist da dieses Paradox: Ich kann Dinge, die Gott längst vergeben hat, weiter in meiner eigenen Cloud tragen. Ich kann so leben, als wäre es noch da. Warum fällt Loslassen manchmal so schwer? Oder Festhalten so leicht?
Was Menschen wirklich verlieren
Und dann ist mir – ein paar Tage später – etwas aufgegangen, das mich tiefer getroffen hat als mein eigener Fehler: Was ich verloren habe, waren Daten. Es gibt Menschen, die verlieren keine Daten. Sie verlieren weit mehr.
Wenn du das gerade liest und Trauer trägst: Ich will nicht darüber hinwegreden.
Eine Nachricht von Matthias
Und genau an dieser Stelle bekam ich eine Nachricht von Matthias. Ich hab ihn direkt angerufen, weil ich gemerkt habe: Da ist etwas drin, das tiefer geht als mein eigener Gedanke.
Matthias hat mir Bilder geschickt. Nicht „fromme“ Bilder. Sondern Bilder, die man spürt. Die man nur durch den Glauben sieht.
Er zitiert Offenbarung 20,12: „… und es wurden Bücher geöffnet … und ein anderes Buch … das Buch des Lebens …“ und Daniel 7,10: „… und die Bücher wurden geöffnet …“
Und dann erzählt er von seiner Erfahrung in der 3. Klasse. Diktat. Freitag. Die Hefte liegen gestapelt. Der Lehrer beginnt mit der Rückgabe des ersten Stapels – die Einser. Er spürt, wie der Puls immer stärker wird. Und wenn der Stapel der Vierer weg war, dann war es schlimm.
Und dann kommt diese Frage, die plötzlich nicht mehr kindlich ist: In welchem Buch stehe ich? Als Mensch.
Und er setzt den Punkt: Zum Glück gibt uns Jesus Gewissheit.
Die Frage nach Gewissheit
Als ich das gelesen habe, war erst mal Stille. Weil ich diese Frage kenne. Nicht nur als „Theologie“. Sondern als Druck in der Brust. Als inneres Ziehen. Als dieses: Was, wenn ich am Ende verloren gehe?
Und hier kommt für mich die große Verheißung der Bibel als Halt. Ich glaube – und davon bin ich fest überzeugt: Wenn Jesus sagt, dass wir in seiner Hand sicher sind, dann sind wir das. (Joh 10,28)
Das bedeutet nicht, dass das Leben hier leicht wird. Es bedeutet, dass Gott nicht leichtfertig ist. Und wenn unser Leben in Gott ist, dann kann Gott uns auch wieder zum Leben aufwecken.
Das ist nicht mein Optimismus. Das ist die Hoffnung, die stärker ist als der Tod.
Gott verliert keine Daten
Ich habe diesmal „nur“ Daten verloren. Aber Gott verliert keine Daten. Bei ihm geht es nie um Inhalte. Bei ihm geht es um Beziehung. Konkreter: Es geht um dich. Und es geht um mich.
Die Bibel benutzt ein schönes Bild: Gott möchte unseren Namen ins Buch des Lebens schreiben.
Und genau da möchte ich nicht über was ist mit Hans oder Peter oder Margarete spekulieren. Nicht über die Nachbarn oder jene Generationen vor unserer Zeit. Ich will bei mir bleiben. Und dich einladen, es auch so zu tun.
Eine Einladung
Gibt es Gedanken, Zweifel, Ängste… die dich manchmal davon abhalten, Gottes Wort wirklich zu glauben? Es zu leben?
Vielleicht ist jetzt ein guter Moment, mit Gott darüber zu sprechen. Ehrlich. Schlicht.
Vielleicht mit den Worten: Vater, hilf mir zu verstehen, was mich manchmal daran hindert, dir zu glauben. Zu vertrauen. Hilf mir, mit der Gewissheit zu leben. Und mit der Freude, dass mein Leben in dir gesichert ist.
Paulus schreibt in Römer 8,38–39:
„Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.“
Diese Gewissheit dürfen wir festhalten. Erlösung verdient man nicht, sie kommt von Gott und beeinflusst unser ganzes Leben. Positiv.
