Johannes 4:15 Was, wenn Gott für immer bleibt? Wirst du bleiben?

Einleitender Impuls:

Okay, halt kurz inne. Das hier ist keine leichte Kost. Der Text sagt ziemlich direkt: Wenn du anerkennst, dass Jesus der Sohn Gottes ist, dann hast du eine Beziehung zu Gott – und zwar keine lose Bekanntschaft, sondern so eine Art „Ich-bleibe-bei-dir-für-immer-und-du-bei-mir“-Verbindung. Es geht also um mehr als nur ein Lippenbekenntnis. Es ist eine Entscheidung, die dein Leben durchdringen soll – wie ein Tattoo auf deiner Seele, das nicht verblasst.

Wenn du das mal sacken lässt, merkst du, dass hier mehr auf dem Spiel steht, als du vielleicht dachtest. Gott will nicht nur Teilzeit in deinem Leben sein. Er will „bleiben“. Und das erfordert, dass auch du bleibst. Es ist eine Einladung, sich nicht nur für den schnellen spirituellen Kick am Wochenende einzuklinken, sondern voll und ganz in dieser Beziehung zu leben. Und weißt du was? Das gibt dir inmitten von Chaos und Ungewissheit diese Sicherheit, dass Gott in dir bleibt – egal, was abgeht.

Also, was machst du jetzt damit? Der Text sagt nicht: „Du musst das perfekt hinbekommen.“ Es wäre gut, wenn du heute einfach mal die kleinen Momente nimmst, um bewusst in dieser Verbindung zu leben. Sprich Gott in deinem Alltag an – sei es in Gedanken, im Job, auf der Straße. Mach den Tag zu einem Raum, wo Gott bleibt und du auch.

Fragen zur Vertiefung oder für Gruppengespräche:

  1. Was bedeutet es für dich, dass Gott in dir bleibt – auch an den Tagen, an denen du dich von ihm distanziert fühlst?
  2. In welchen Momenten zögerst du, Jesus als den Sohn Gottes zu bekennen? Was hält dich zurück?
  3. Wie kannst du im Alltag bewusster in der Verbindung zu Gott bleiben, ohne dass es nur ein Ritual wird?

Parallele Bibeltexte als Slogans:

Johannes 15:4 — „Bleibt in mir, und ich in euch!“

Matthäus 10:32 — „Wer mich bekennt, den werde ich bekennen!“

Psalm 91:1 — „Wer im Schutz des Höchsten wohnt, bleibt im Schatten des Allmächtigen!“

Hebräer 13:5 — „Ich werde dich niemals verlassen, noch aufgeben!“

Und !? Möchtest du dich noch weiter in dieses Thema vertiefen? Im Anschluss findest du die Schritte die ich für diesen Impuls gegangen bin. Die Informationen hole ich mir meistens aus BibleHub.com damit auch du es nachschlagen kannst.


Bevor wir den Vers genauer betrachten, möchte ich Dich einladen, dass wir uns einen Moment Zeit nehmen und gemeinsam im Gebet zu Gott sprechen:

Himmlischer Vater, es freut mich, dass wir die Gelegenheit haben, tiefer in Dein Wort einzutauchen. Wir danken Dir für Deine Gegenwart und für die Wahrheit, dass wir durch das Bekenntnis zu Deinem Sohn Jesus in Dir bleiben dürfen. Hilf uns, diesen Vers zu verstehen und in unserem Leben anzuwenden. Öffne unsere Herzen und Sinne für das, was Du uns durch 1. Johannes 4:15 sagen möchtest. Mögen wir erkennen, wie Du in uns wirkst, wenn wir Jesus als Deinen Sohn bekennen.

In Jesu Namen beten wir,

Amen.

Der Text:

Zunächst werfen wir einen Blick auf den Text in verschiedenen Bibelübersetzungen. Dadurch gewinnen wir ein tieferes Verständnis und können die unterschiedlichen Nuancen des Textes in den jeweiligen Übersetzungen oder Übertragungen besser erfassen. Dazu vergleichen wir die Elberfelder 2006 (ELB 2006), Schlachter 2000 (SLT), Luther 2017 (LU17), BasisBibel (BB) und die Hoffnung für alle 2015 (Hfa).

1 Johannes 4,15

ELB 2006 Wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott und er in Gott.

SLT Wer nun bekennt, daß Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott und er in Gott.

LU17 Wer nun bekennt, dass Jesus Gottes Sohn ist, in dem bleibt Gott und er in Gott.

BB Wenn jemand bekennt: »Jesus ist der Sohn Gottes!«, ist Gott mit ihm verbunden, und er bleibt mit Gott verbunden.

HfA Und wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, der bleibt in Gott und Gott in ihm.

Der Kontext:

In diesem Abschnitt geht es darum, die grundlegenden Fragen – das „Wer“, „Wo“, „Was“, „Wann“ und „Warum“ – zu klären. Das Ziel ist es, ein besseres Bild von der Welt und den Umständen zu zeichnen, in denen dieser Vers verfasst wurde. So bekommen wir ein tieferes Verständnis für die Botschaft, bevor wir uns den Details widmen.

Der 1. Johannesbrief richtet sich an Christen, die bereits eine Weile im Glauben unterwegs sind, aber jetzt mit neuen Herausforderungen konfrontiert werden. Es gab damals in der frühen Kirche eine Kontroverse, die uns heute vielleicht vertraut vorkommt: Wer ist Jesus wirklich? Ein bisschen wie eine hitzige Debatte auf einer theologischen Konferenz, aber mit viel größeren Konsequenzen. Es gab nämlich eine Gruppe von Menschen – die Gnostiker –, die behaupteten, dass Jesus zwar ein göttliches Wesen sei, aber nicht wirklich als Mensch auf die Welt gekommen sei. Sie lehnten die Vorstellung ab, dass Gott „Fleisch“ geworden ist, also dass Jesus als Mensch aus Fleisch und Blut gelebt und gelitten hat. Für sie war das irgendwie zu „irdisch“ für einen Gott. Das war so ein bisschen die Wurzel des Problems.

Johannes greift hier ein, weil diese Verwirrung den Glauben der Leute durcheinanderbringt. Er betont, dass es zentral für den Glauben ist, zu bekennen, dass Jesus tatsächlich der Sohn Gottes ist – nicht nur eine Art himmlischer Geist, der für eine Weile vorbeigeschaut hat, sondern der wahre Mensch und wahre Gott. Und dieses Bekenntnis hat eine erstaunliche Konsequenz: Wenn du das aussprichst und glaubst, dann bleibst du in Gott und Gott in dir. Es ist also keine bloße Kopfentscheidung, sondern eine tiefgreifende Verbindung, die dadurch entsteht.

Interessant ist, dass diese Herausforderung nicht nur historisch ist. Auch heute gibt es religiöse Gruppen, die damit ein Problem haben – darunter Muslime. Im Islam wird Jesus zwar als Prophet und wichtiger religiöser Führer anerkannt, aber die Vorstellung, dass er der Sohn Gottes sei, wird abgelehnt. Für viele Muslime ist die Vorstellung, dass Gott einen Sohn hat, problematisch, weil sie dabei oft eine menschliche, physische Vater-Sohn-Beziehung im Sinn haben. Der Gedanke, dass ein „Sohn“ nur durch eine geschlechtliche Vereinigung entstehen könnte, ist für sie unvorstellbar und würde Gott auf eine menschliche Ebene herabsetzen. Sie verstehen Gott als absolut transzendent und unvergleichlich, und jede Idee von „Sohnschaft“ müsste, in ihren Augen, mit einem biologischen Prozess verbunden sein, was sie strikt ablehnen.

Diese Diskussion um die Identität Jesu ist also nicht nur eine theologische Streitfrage der frühen Kirche, sondern bis heute ein wichtiger Punkt zwischen verschiedenen Glaubensrichtungen. Christen sehen in Jesus den göttlichen Sohn, der Mensch geworden ist, um die Welt zu retten – ohne dass dabei eine biologische „Zeugung“ im Spiel wäre. Diese symbolische Sohnschaft drückt vielmehr die einzigartige Beziehung und Mission Jesu aus.

Der geistliche Kontext des Briefes dreht sich stark um das Thema Liebe und Gemeinschaft. Johannes betont immer wieder, dass Gott die Liebe ist und dass diese Liebe in den Gläubigen sichtbar werden soll. Die Liebe zu Gott und die Liebe zu den Mitmenschen sind eng miteinander verknüpft, fast wie zwei Seiten derselben Medaille. Wenn du Gott liebst, liebst du auch die Menschen, und umgekehrt.

Der Anlass des Schreibens? Ganz einfach: Johannes musste der Verwirrung und den falschen Lehren entgegentreten. Er wollte die Gläubigen zurück zur Grundlage führen – und die Grundlage ist Jesus Christus, Gottes Sohn, der in Fleisch gekommen ist. Alles andere hängt davon ab.

Ziemlich komplex, aber gerade deshalb so spannend!

Die Schlüsselwörter:

In diesem Abschnitt wollen wir uns genauer mit den Schlüsselwörtern aus dem Text befassen. Diese Worte tragen tiefere Bedeutungen, die oft in der Übersetzung verloren gehen oder nicht auf den ersten Blick ersichtlich sind. Wir werden die wichtigsten Begriffe aus dem ursprünglichen Text herausnehmen und ihre Bedeutung näher betrachten. Dabei schauen wir nicht nur auf die wörtliche Übersetzung, sondern auch darauf, was sie für das Leben und den Glauben bedeuten. Das hilft uns, die Tiefe und Kraft dieses Verses besser zu verstehen und ihn auf eine neue Weise zu erleben.

1. Johannes 4:15 Ursprünglicher Text (Elberfelder Bibel 2006 NT)

ὃς ἐὰν ὁμολογήσῃ ὅτι Ἰησοῦς ἐστιν ὁ υἱὸς τοῦ θεοῦ, ὁ θεὸς ἐν αὐτῷ μένει καὶ αὐτὸς ἐν τῷ θεῷ.

Übersetzung von 1. Johannes 4:15:

„Wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott und er in Gott.“

Semantisch-pragmatische Kommentierung der Schlüsselwörter

  • ὃς (hos) „Wer“: Das Relativpronomen „ὃς“ steht hier für „wer“ oder „derjenige, der“. Es verbindet die Bedingung mit der Konsequenz und beschreibt die Person, die das Bekenntnis ablegt.
  • ἐὰν (ean) „falls/wenn“: Dies ist eine konditionale Partikel und zeigt an, dass die Aussage eine Bedingung enthält. Es impliziert, dass das Bekenntnis eine freiwillige Handlung ist, die nicht vorausgesetzt, sondern erwartet wird.
  • ὁμολογήσῃ (homologēsē) „bekennen“: Das Verb bedeutet „öffentlich bekennen“ oder „etwas eingestehen“. In diesem Kontext wird es als eine bewusste, öffentliche Anerkennung von Jesus als dem Sohn Gottes verstanden. Es geht nicht nur um einen inneren Glauben, sondern um ein klar sichtbares, öffentliches Bekenntnis.
  • ὅτι (hoti) „dass“: Diese Konjunktion leitet die Aussage ein, die bekannt wird – nämlich die Identität Jesu als Sohn Gottes. Es schafft eine Verbindung zwischen dem Bekenntnis und dem Inhalt des Bekenntnisses.
  • Ἰησοῦς (Iēsous) „Jesus“: Der Name „Ἰησοῦς“ bezieht sich auf Jesus von Nazareth, den im Neuen Testament beschriebenen Christus. Der Name selbst ist von großer Bedeutung, da er die Rettung Gottes symbolisiert (vom Hebräischen „Jeschua“ – „Gott rettet“).
  • υἱὸς τοῦ θεοῦ (huios tou theou) „Sohn Gottes“: Dieser Titel hebt die besondere Beziehung Jesu zu Gott hervor. Für Johannes und das frühe Christentum war es ein zentraler Glaube, dass Jesus der einzige Sohn Gottes war, was bedeutet, dass er göttliche Autorität und Natur hat. Diese Formulierung war und ist in vielen religiösen Debatten zentral, besonders im Dialog mit dem Islam, der die Vorstellung einer „Sohnschaft“ Gottes ablehnt, da sie für Muslime oft den Eindruck eines biologischen Prozesses erweckt, was für sie unvorstellbar und gotteslästerlich ist. Auch im Judentum stellt die Vorstellung eines „Sohnes Gottes“ eine große Herausforderung dar. Der Ausdruck „Sohn Gottes“ findet zwar im Alten Testament vereinzelt Verwendung, insbesondere für Könige und das Volk Israel als Ganzes, aber niemals in dem Sinne, dass eine einzelne Person göttliche Natur beansprucht. Im jüdischen Glauben bleibt Gott radikal „Einer“, und jede Form der Vergöttlichung eines Menschen oder einer anderen Entität wird als gotteslästerlich angesehen. Der Anspruch, dass Jesus dieser einzigartige „Sohn Gottes“ ist, war zur Zeit des Johannes eine der zentralen Streitpunkte zwischen der aufkommenden christlichen Bewegung und dem Judentum. Für viele Juden war (und ist) die Vorstellung, dass Gott sich auf so intime Weise in einem Menschen offenbaren könnte, unvorstellbar, da dies die Einzigartigkeit und Unteilbarkeit Gottes infrage stellen würde.
  • μένει (menei) „bleibt“: Das Verb „μένει“ beschreibt ein dauerhaftes Verbleiben oder Wohnen. Es deutet darauf hin, dass die Beziehung zu Gott nicht flüchtig ist, sondern eine beständige, tiefe Verbindung darstellt. Das Bekenntnis zu Jesus als Sohn Gottes führt zu dieser bleibenden Beziehung zwischen dem Gläubigen und Gott.
  • ἐν τῷ θεῷ (en tō theō) „in Gott“: Diese präpositionale Phrase drückt die intime Gemeinschaft aus, die der Gläubige mit Gott hat. „In Gott sein“ beschreibt eine geistliche Vereinigung, eine bleibende, enge Beziehung. Es geht darum, in Gottes Gegenwart zu leben und von ihm getragen zu werden.

Ein Kommentar zum Text:

Der Vers „Wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott und er in Gott“ aus 1. Johannes 4:15 mag auf den ersten Blick recht simpel erscheinen – fast wie eine knappe, theologische Aussage zum Ankreuzen. Aber, wie so oft in der Bibel, steckt hinter dieser scheinbaren Einfachheit ein tiefes, verwobenes Netz von Bedeutungsebenen, die uns zu den zentralen Fragen des Glaubens führen: Wer ist Jesus? Und was bedeutet es, in Gott zu „bleiben“?

Fangen wir mit dem „Bekenntnis“ an. Im Griechischen wird hier das Wort ὁμολογέω (homologeō) verwendet, was wörtlich „zusammen sagen“ bedeutet, also „zustimmen“ oder „bekennen“. Es geht nicht nur darum, eine Meinung zu äußern oder etwas beiläufig zu bestätigen, sondern eine klare, bewusste, fast öffentliche Zustimmung zu geben. Diese Zustimmung betrifft in diesem Fall das zentrale Glaubensbekenntnis, dass Jesus der „Sohn Gottes“ ist. In der frühen Kirche war das nicht einfach nur ein theologischer Satz. Es war eine Art „Glaubensschild“, ein Statement, das die Zugehörigkeit zur Gemeinde Jesu definierte.

Interessanterweise geht es hier nicht nur um das „Was“, sondern auch um das „Wie“. Die jüdisch-hellenistische Welt war voll von theologischen Konzepten über das Göttliche, aber Johannes macht klar, dass der wahre Glaube darin besteht, Jesus als den Sohn Gottes zu bekennen – und nicht nur irgendeine abstrakte Vorstellung von einem himmlischen Wesen. Was bedeutet also „Sohn Gottes“? Dieser Ausdruck hat biblische Wurzeln. In Psalm 2,7 wird der König Israels als Gottes Sohn bezeichnet, aber das ist hier nicht das Gleiche. Im Neuen Testament, insbesondere im Johannesevangelium, geht es nicht nur um eine symbolische Beziehung, sondern um eine einzigartige, göttliche Natur Jesu. Für die frühe Kirche war dies ein massiver theologischer Durchbruch. Jesus ist nicht einfach nur ein weiterer Prophet oder Lehrer, er ist Gott selbst, der Mensch geworden ist (Johannes 1:14). Und genau das war damals, wie auch heute, ein gewaltiger Streitpunkt, besonders im Dialog mit dem Judentum und dem Islam, die diese Idee vehement ablehnen.

Warum? Das Problem liegt oft darin, dass „Sohn Gottes“ in manchen Traditionen mit einer biologischen Vorstellung von „Zeugung“ verbunden wird, was für viele Gläubige – vor allem im Judentum und Islam – unvereinbar mit ihrem Bild von Gott ist. Der Gott Israels ist Einer (siehe Deuteronomium 6:4), unveränderlich, transzendent und absolut über allem stehend. Die Vorstellung, dass Gott einen „Sohn“ haben könnte, wird als eine Herabsetzung Gottes verstanden. Es scheint fast, als würde man Gott auf menschliche Ebenen herunterziehen, als hätte er durch einen physischen Akt einen Nachkommen gezeugt. Aber die biblische Vorstellung von „Sohnschaft“ hat hier nichts mit Biologie zu tun. Der Begriff ist viel tiefer. Es geht um eine intime Beziehung, eine Identität, die über das bloße Vater-Sohn-Muster hinausgeht. Karl Barth beschrieb dies einmal als das „Geschenk der Selbstoffenbarung Gottes“. Gott offenbart sich selbst durch Jesus, seinen Sohn, auf eine Weise, die uns Menschen das Göttliche zugänglich macht.

Nun, das klingt vielleicht immer noch nach theologischer Theorie. Aber was hat das für Auswirkungen auf uns? Johannes erklärt es klar: Wer dieses Bekenntnis ablegt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. Das Verb μένω (menō) bedeutet „bleiben“, „wohnen“ oder „verweilen“. Es wird häufig im Johannesevangelium verwendet (siehe Johannes 15:4-5), wo Jesus von der innigen Verbindung zwischen ihm und seinen Nachfolgern spricht. Es ist fast so, als würde Gott eine dauerhafte Bleibe in uns beziehen – wie ein Hausgast, der nicht nur für ein Wochenende bleibt, sondern sein ganzes Leben bei uns verbringt. Für uns bedeutet dies, dass das Bekenntnis nicht nur eine intellektuelle Übung ist. Es ist eine Veränderung unseres gesamten Seins, eine bleibende, lebendige Beziehung zu Gott, die unser Denken, Fühlen und Handeln durchdringt.

Hier kommt auch die Liebesthematik ins Spiel. Die Verbindung zwischen dem Bekenntnis zu Jesus und der Liebe ist bei Johannes so eng wie der Kaffee am Morgen: untrennbar. Ein Bekenntnis zu Jesus als Sohn Gottes ist mehr als ein theologisches Statement. Es ist der Ausdruck einer tiefen Liebe und Hingabe. Wer Jesus bekennt, der ist in Gott, und wer in Gott ist, lebt auch in der Liebe Gottes. Das erklärt Johannes ausführlich in den Versen davor: „Gott ist Liebe“ (1. Johannes 4:8). Wenn wir in Gott bleiben, bleiben wir in seiner Liebe. Und diese Liebe soll wiederum unsere Beziehung zu anderen prägen (siehe auch Matthäus 22:37-40). Es ist ein Kreislauf: Unsere Liebe zu Gott spiegelt sich in unserer Liebe zu den Menschen wider – und umgekehrt.

Dietrich Bonhoeffer schrieb einmal, dass „Nachfolge und Glaube nicht zu trennen sind“. Genauso verhält es sich hier: Bekenntnis und Liebe gehören zusammen. Wenn ich bekenne, dass Jesus der Sohn Gottes ist, dann trete ich in eine Liebesbeziehung mit Gott ein, die mein ganzes Leben umfasst. Diese Verbindung ist nicht abstrakt, sondern zeigt sich konkret in meinem Alltag.

Das bringt uns zu einer weiteren spannenden Frage, die in unserer heutigen Zeit vielleicht noch brisanter ist als damals: Was ist mit den vielen anderen Wegen zu Gott? Gerade in unserer sehr inklusiven Gesellschaft stehen wir vor der Herausforderung, wie wir den exklusiven Anspruch des Evangeliums – dass Jesus der einzige Weg zu Gott ist – mit der Toleranz und Akzeptanz verbinden, die so viele Kulturen und Religionen bieten. Und hier entsteht eine enorme Spannung, die wir nicht einfach ignorieren können.

Es gibt eine tiefgreifende Spannung zwischen dem, was der 1. Johannesbrief über das Bekenntnis zu Jesus als Sohn Gottes sagt, und dem, was viele Menschen in unserer heutigen inklusiven Gesellschaft glauben. Wir leben in einer Welt, in der Vielfalt und Toleranz nicht nur geschätzt, sondern oft als höchste Werte betrachtet werden. Das führt dazu, dass die Idee, es gebe nur einen einzigen Weg zu Gott – nämlich durch Jesus Christus – als engstirnig oder gar ausschließend empfunden wird. Diese Spannung betrifft viele, die aus unterschiedlichen kulturellen oder religiösen Hintergründen kommen und Schwierigkeiten haben, Jesus als Sohn Gottes zu akzeptieren. Wie gehen wir also mit dieser Spannung um?

Auf der einen Seite sagt die Bibel ganz klar, dass Jesus „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ ist (Johannes 14:6) und dass niemand zum Vater kommt außer durch ihn. Dieses Bekenntnis ist in der christlichen Lehre zentral – Jesus als der einzigartige Mittler zwischen Gott und den Menschen. Es gibt keine andere Tür, keinen Umweg. Hier wird der Glaube sehr exklusiv und eng formuliert, und das ist eine Herausforderung, besonders in einer Welt, die auf Pluralismus setzt.

Auf der anderen Seite wollen wir in einer inklusiven Gesellschaft leben, die verschiedene Wege und Glaubensrichtungen anerkennt. Diese Spannung wird besonders spürbar, wenn wir mit Menschen sprechen, die in Kulturen und Traditionen aufgewachsen sind, in denen das Christentum nicht die dominierende Religion ist. Wie zum Beispiel im Judentum und Islam, die wir bereits erwähnt haben, oder auch im Buddhismus und Hinduismus, die völlig andere Wege zu Gott oder zur Erleuchtung lehren. Was machen wir also mit all diesen Millionen von Menschen, die aus ihrer Perspektive aufrichtig nach dem Göttlichen suchen, aber Jesus nicht als den Sohn Gottes anerkennen?

Hier könnte uns eine Theologie der Demut helfen. Karl Barth betonte oft, dass der Glaube kein Besitz, sondern ein Geschenk ist – ein Geschenk der Gnade, das uns zu einer tiefen Dankbarkeit führen sollte, nicht zu Überheblichkeit. Wir haben diesen Zugang zu Gott nicht aufgrund unserer eigenen Anstrengungen oder Intelligenz gefunden, sondern weil Gott uns seine Liebe gezeigt hat. Diese Demut könnte uns auch helfen, die Vielfalt der spirituellen Wege besser zu verstehen, ohne dabei den Anspruch des Evangeliums zu verwässern. Es wäre gut, wenn wir anerkennen, dass viele Menschen aufrichtig nach Gott suchen und dass wir nicht in der Position sind, über ihr Herz zu urteilen.

Doch gleichzeitig dürfen wir das, was die Bibel über Jesus sagt, nicht aus Angst vor Konflikten aufgeben. Der Glaube an Jesus als den Sohn Gottes bleibt die Grundlage der christlichen Botschaft. Richard Niebuhr warnte davor, dass ein „Gott ohne Zorn, der Menschen ohne Sünde in ein Königreich ohne Gericht durch die Predigten eines Christus ohne Kreuz bringt“, letztlich nicht der Gott der Bibel ist. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass wir die zentrale Rolle Jesu nicht relativieren können, nur weil es unbequem ist. Der Weg, wie Gott sich uns offenbart hat, ist nun mal durch Jesus.

Die Frage bleibt: Wie leben wir in einer Gesellschaft, die Inklusivität fordert, ohne unseren Glauben an die Exklusivität Jesu zu verlieren? Vielleicht liegt die Lösung in der Liebe. Wie Ellen G. White es formulierte, „zieht Liebe den Menschen zu Gott“. Es geht nicht darum, die Botschaft zu ändern, sondern sie auf eine Weise zu verkünden, die Menschen nicht wegstößt, sondern einlädt. Wir sollten uns nicht davor scheuen, den Anspruch des Evangeliums zu erklären, aber immer in Liebe, Geduld und Respekt. Menschen brauchen nicht unbedingt eine intellektuelle Überzeugung, sie brauchen Begegnungen mit echter Liebe und Annahme. Oftmals wird das Bekenntnis zu Jesus erst dann zu einer realen Möglichkeit, wenn sie sehen, wie dieses Bekenntnis unser Leben prägt und verändert.

Tim Keller schlägt vor, dass „Exklusivität des Christentums nicht engstirnig ist, wenn man versteht, dass das Evangelium keine Leistung, sondern ein Geschenk ist.“ Genau darin liegt die Kraft. Unser Bekenntnis zu Jesus sollte nie dazu führen, dass wir andere herabsetzen. Stattdessen sollten wir durch unser Leben die Liebe Gottes sichtbar machen, die sich in Jesus offenbart hat. Diese Liebe gibt Raum zur Begegnung, auch mit jenen, die Jesus nicht auf dieselbe Weise anerkennen.

Am Ende müssen wir die Spannung aushalten, dass das Evangelium einerseits exklusiv ist, andererseits aber eine Einladung an alle darstellt. Es bleibt ein Mysterium, das Gott selbst in seiner Gnade wirken muss. Unsere Rolle ist es, diesen Weg zu gehen – mit Klarheit, aber auch mit tiefster Liebe und Respekt für die, die auf ihrem eigenen Weg nach Gott suchen.

Die SPACE-Anwendung*

Die SPACE-Anwendung ist eine Methode, um biblische Texte praktisch auf das tägliche Leben anzuwenden. Sie besteht aus fünf Schritten, die jeweils durch die Anfangsbuchstaben von „SPACE“ repräsentiert werden:

S – Sünde (Sin)

In diesem Text geht es nicht direkt um eine „Sünde“, wie man sie vielleicht im klassischen Sinne versteht. Aber zwischen den Zeilen schwingt eine Gefahr mit, die du im Blick behalten solltest: die Versuchung, Jesus nicht als den Sohn Gottes zu bekennen oder diese Wahrheit zu relativieren. Das mag in unserer pluralistischen Welt verlockend sein, wo Toleranz und Akzeptanz so großgeschrieben werden. Doch die Verfehlung, die hier angesprochen wird, wäre es, Jesus nicht als den zu erkennen und zu bekennen, der er wirklich ist. Es wäre gut, wenn du diese zentrale Wahrheit nicht aus den Augen verlierst, auch wenn die Welt dir viele alternative Wege zu Gott anbietet, die anziehend erscheinen. Die Herausforderung besteht darin, nicht den bequemeren Weg zu wählen, sondern zu dem zu stehen, was du im Herzen weißt.

P – Verheißung (Promise)

Die Verheißung in diesem Vers ist einfach und kraftvoll: Wenn du bekennst, dass Jesus der Sohn Gottes ist, dann bleibt Gott in dir und du in Gott. Es gibt hier ein tiefes Versprechen von Verbundenheit. Das ist keine flüchtige Beziehung, sondern eine dauerhafte Gegenwart – Gott bleibt bei dir! Du kannst dir sicher sein, dass Gott sich nicht distanziert oder abwesend fühlt, sondern in dir lebt, wenn du dieses Bekenntnis aussprichst. Es wäre gut, dich daran zu erinnern, dass du nie allein bist. Du lebst in der Gegenwart des lebendigen Gottes, und das gibt dir Halt und Kraft.

A – Aktion (Action)

Was kannst du also konkret tun? Es wäre gut, regelmäßig und bewusst das Bekenntnis zu Jesus als dem Sohn Gottes in dein Leben zu integrieren – nicht nur in stillen Momenten des Gebets, sondern auch öffentlich. Vielleicht fragst du dich, wie das aussehen könnte? Es muss nicht gleich eine Predigt auf der Straße sein. Es geht darum, in deinen alltäglichen Handlungen und Gesprächen auf eine natürliche und liebevolle Weise zu zeigen, wer Jesus für dich ist. Deine Taten sollten widerspiegeln, dass du in Gott „bleibst“ und Gott in dir. Also: Sei in deinen Beziehungen, in deinem Beruf und in deinen alltäglichen Entscheidungen ein Spiegel dieser Verbindung.

C – Appell (Command)

Hier ist der Appell klar: „Bekenne Jesus als den Sohn Gottes.“ Das ist keine Forderung, sondern eine liebevolle Einladung. Es wäre gut, wenn du diesen Appell nicht als Last siehst, sondern als Möglichkeit, in eine tiefere Beziehung zu Gott einzutreten. Der Text ermutigt dich, dich nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich zu Jesus zu bekennen – und dadurch in Gott zu „bleiben“. Es geht nicht darum, perfekt zu sein oder immer die richtigen Worte zu finden, sondern darum, authentisch zu leben und deine Beziehung zu Gott offen zu teilen.

E – Beispiel (Example)

Das Beispiel, das du hier finden kannst, ist das Vorbild Jesu selbst. Er hat durch sein Leben nicht nur öffentlich verkündet Sohn Gottes zu sein sondern auch gezeigt, was es bedeutet, in Gott zu bleiben. Sein ganzes Sein war ein Ausdruck dieser tiefen Verbindung mit dem Vater. Vielleicht denkst du, dass das eine hohe Messlatte ist – und das ist es auch. Aber es wäre gut, wenn du dich davon nicht entmutigen lässt. Jesus ist das ultimative Vorbild für uns, aber er weiß auch um unsere menschliche Schwäche. Du musst nicht perfekt sein, um Gott treu zu sein. Aber es wäre gut, wenn du danach strebst, so wie Jesus in Gott verwurzelt zu sein und dies durch dein Leben sichtbar werden zu lassen.

Persönliche Identifikation mit dem Text:

In diesem Schritt stelle ich mir sogenannte „W“ Fragen: „Was möchte der Text mir sagen?“ in der suche nach der Hauptbotschaft. Dann überlege ich, „Was sagt der Text nicht?“ um Missverständnisse zu vermeiden. Ich reflektiere, „Warum ist dieser Text für mich wichtig?“ um seine Relevanz für mein Leben zu erkennen. Anschließend frage ich mich, „Wie kann ich den Text in meinem Alltag umsetzen/anwenden?“ um praktische Anwendungsmöglichkeiten zu finden. Weiterhin denke ich darüber nach, „Wie wirkt sich der Text auf meinen Glauben aus?“ um zu sehen, wie er meinen Glauben stärkt oder herausfordert. Schließlich frage ich, „Welche Schlussfolgerungen kann ich für mich aus dem Gesagten ziehen?“ um konkrete Handlungen und Einstellungen abzuleiten.

Dieser Vers aus 1. Johannes 4:15 ist auf den ersten Blick wie eine Einladung – eine Einladung, die mit einer klaren Verheißung kommt: Wer Jesus als den Sohn Gottes bekennt, der bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm. Das klingt so herrlich stabil, fast wie ein Zuhause, das immer offen steht, egal wie unruhig es draußen ist. Diese Vorstellung von „Bleiben“ hat etwas Tröstliches. Aber sie fordert auch heraus, denn hier entsteht eine Spannung zwischen dem, was der Text sagt, und dem, was die Welt oft von uns erwartet.

Die Idee, Jesus als den Sohn Gottes zu bekennen, bedeutet viel mehr, als nur die richtigen Worte zu sagen. Es ist fast so, als würde man sich selbst im Spiegel betrachten und sich fragen: Bin ich wirklich bereit, zu dieser Wahrheit zu stehen? Gerade in einer Welt, in der es so viele Stimmen, Perspektiven und Glaubensrichtungen gibt. Das bringt mich zu einem grundlegenden Bedürfnis: Sicherheit. Menschen, wie ich, suchen oft nach einem Gefühl von Zugehörigkeit, nach einer Grundlage, die uns durch die Herausforderungen des Lebens trägt. Der Text bietet genau das – eine feste Grundlage. Aber es ist eine Grundlage, die mich auffordert, mich immer wieder zu positionieren. Und hier kommt die Spannung: Wie stehe ich zu dieser Wahrheit inmitten einer Welt, die so viele Wahrheiten anbietet?

Was der Text mir persönlich sagt, ist, dass ich mir meiner Identität bewusst werden sollte. Es ist leicht, im Strom der Meinungen, der kulturellen Trends und Erwartungen unterzugehen. Aber wenn ich Jesus als den Sohn Gottes bekenne, dann ist das keine Entscheidung, die ich einmal treffe und dann wieder vergesse. Es bedeutet, dass diese Entscheidung mein ganzes Leben durchdringt – sie wird Teil meines Alltags, meiner Gespräche, meiner Beziehungen. Und das muss gar nicht laut oder dogmatisch sein. Es wäre gut, wenn ich einfach in der Art und Weise, wie ich lebe, immer wieder zeige, dass ich in Gott verankert bin. Ein bisschen wie ein Baum, der tief in der Erde verwurzelt ist. Man sieht nicht sofort die Wurzeln, aber sie halten alles zusammen. Dieses Bleiben in Gott verleiht Stabilität und innere Ruhe.

Was der Text nicht sagt – und das ist genauso wichtig – ist, dass ich anderen diese Wahrheit aufzwingen muss. Es gibt keinen Druck, Menschen zu überreden oder zu „missionieren“ im klassischen Sinne. Stattdessen lädt er mich dazu ein, selbst in Gott zu ruhen, in dieser Wahrheit zu leben, und das von innen nach außen wirken zu lassen. Wenn ich ganz in dieser Überzeugung lebe, dann werden andere das von selbst sehen – ohne dass ich laut darüber reden muss. Das erinnert mich an die Prinzipien der gewaltfreien Kommunikation von Rosenberg: Es geht um Ehrlichkeit und Authentizität. Ich stehe zu meinem Glauben, aber ich drücke ihn nicht auf. Ich teile ihn, wenn der Raum dafür da ist, und das auf eine liebevolle und respektvolle Weise.

Und was bedeutet das für meinen Glauben? Es ermutigt mich, Gott als jemanden zu sehen, der mich nicht verlässt. Das Bild von „Bleiben“ ist ein starkes Bild für Treue. In einer Welt, in der vieles flüchtig ist, in der Beziehungen zerbrechen, Karrieren sich ändern und selbst Identitäten oft schwanken, ist Gott der Anker. Es wäre gut, wenn ich mich daran öfter erinnere, besonders in schwierigen Momenten. Das gibt mir Zuversicht. Und diese Zuversicht verändert die Art und Weise, wie ich mein Leben gestalte.

Die Herausforderung besteht darin, den Text in den Alltag zu integrieren. Nicht nur, wenn ich mich stark fühle oder in einer religiösen Umgebung bin, sondern auch dann, wenn ich unsicher bin, wenn Zweifel aufkommen, oder wenn ich in einer Gruppe bin, die Jesus nicht als Sohn Gottes sieht. Wie Viktor Frankl so schön sagte: Es geht darum, einen Sinn im Leben zu finden, selbst in den schwierigsten Situationen. Wenn ich mich auf dieses Bekenntnis stütze, gibt mir das einen tieferen Sinn. Es ist ein innerer Kompass, der mich leitet, egal wie turbulent das Leben wird.

Was ich also aus dem Text ziehe, ist die Erkenntnis, dass mein Glaube etwas ist, das gelebt werden sollte – klar, fest und authentisch. Es wäre gut, wenn ich mich nicht nur darauf fokussiere, wie ich glaube, sondern wie ich diesen Glauben in Liebe nach außen trage. Die Verbindung zu Gott, die durch das Bekenntnis entsteht, ist nicht statisch – sie fordert mich heraus, immer wieder zu fragen: Wie sieht es aus, wenn ich heute, in dieser Situation, in Gott bleibe? Wie kann ich Gott in meinen Entscheidungen, in meinen Beziehungen, in meiner Arbeit sichtbar machen?

Am Ende ist der Text eine Einladung, in dieser Beziehung zu Gott zu wachsen. Es ist nicht einfach nur eine Wahrheit, die im Kopf bleibt – es ist eine Wahrheit, die in mein Herz, in meine Hände und Füße geht. Ich möchte dieses „Bleiben“ aktiv gestalten, und das nicht aus Zwang, sondern aus Freude daran, dass Gott in mir wohnt. Und diese Freude möchte ich in allem, was ich tue, spürbar machen.


*Die SPACE-Analyse im Detail:

Sünde (Sin): In diesem Schritt überlegst du, ob der Bibeltext eine spezifische Sünde aufzeigt, vor der du dich hüten solltest. Es geht darum, persönliche Fehler oder falsche Verhaltensweisen zu erkennen, die der Text anspricht. Sprich, Sünde, wird hier als Verfehlung gegenüber den „Lebens fördernden Standards“ definiert.

Verheißung (Promise): Hier suchst du nach Verheißungen in dem Text. Das können Zusagen Gottes sein, die dir Mut, Hoffnung oder Trost geben. Diese Verheißungen sind Erinnerungen an Gottes Charakter und seine treue Fürsorge.

Aktion (Action): Dieser Teil betrachtet, welche Handlungen oder Verhaltensänderungen der Text vorschlägt. Es geht um konkrete Schritte, die du unternehmen kannst, um deinen Glauben in die Tat umzusetzen.

Appell (Command): Hier identifizierst du, ob es in dem Text ein direktes Gebot oder eine Aufforderung gibt, die Gott an seine Leser richtet. Dieser Schritt hilft dir, Gottes Willen für dein Leben besser zu verstehen.

Beispiel (Example): Schließlich suchst du nach Beispielen im Text, die du nachahmen (oder manchmal auch vermeiden) solltest. Das können Handlungen oder Charaktereigenschaften von Personen in der Bibel sein, die als Vorbild dienen.

Diese Methode hilft dabei, die Bibel nicht nur als historisches oder spirituelles Dokument zu lesen, sondern sie auch praktisch und persönlich anzuwenden. Sie dient dazu, das Wort Gottes lebendig und relevant im Alltag zu machen.