Du hast bestimmt schon mal erlebt, wie es ist, ständig für andere da zu sein und dabei völlig auszubrennen. Henry Cloud spricht in seinen Büchern darüber, wie wichtig es ist, gesunde Grenzen zu setzen und Selbstfürsorge ernst zu nehmen. In Markus 6:31-34 lädt Jesus seine erschöpften Jünger ein, sich zurückzuziehen und auszuruhen. Das ist ein starkes Bild dafür, dass wir nicht immer „an“ sein müssen. Es zeigt, dass Pausen notwendig sind, um nachhaltig für andere da sein zu können.
Ich sehe das genauso wie Cloud: Wenn wir unsere eigenen Bedürfnisse ständig ignorieren, schaden wir nicht nur uns selbst, sondern auch denen, die auf uns zählen. Wir müssen lernen, „Nein“ zu sagen, um Raum für die wirklich wichtigen „Ja“ in unserem Leben zu schaffen. Jesus selbst gibt uns ein Beispiel dafür, indem er seinen Jüngern eine Pause ermöglicht und gleichzeitig Mitgefühl für die Menschen zeigt, die ihm nachfolgen.
Lass uns also darüber nachdenken, wie wir in unserem Leben gesunde Grenzen setzen können, um uns selbst zu schützen und zu erneuern. Vielleicht bedeutet das, dass du dir bewusst Zeiten der Ruhe nimmst, selbst wenn die Anforderungen hoch sind. Indem wir diese Prinzipien anwenden, können wir ein Leben führen, das sowohl uns selbst als auch anderen dient – ein Leben in Balance, in dem wir aus einer Position der Stärke und Fülle heraus agieren können.
Fragen zum Thema für Vertiefung oder Gruppengespräch:
- Wie gehst du mit den Anforderungen anderer um, ohne dich selbst zu überfordern?
- Welche Schritte könntest du unternehmen, um regelmäßige Pausen und Ruhephasen in deinen Alltag zu integrieren?
- Wie kannst du gesunde Grenzen setzen, um sowohl dir selbst als auch den Menschen um dich herum besser zu dienen?
Parallele Bibeltexte zusammengefasst als Slogans:
Matthäus 11:28-30 — „Kommt zu mir, und ich werde euch Ruhe geben.“
Psalm 23:1-3 — „Der Herr ist mein Hirte, er führt mich zu stillen Wassern.“
Lukas 5:16 — „Jesus zog sich oft zurück, um zu beten.“
1. Könige 19:4-8 — „Elia fand Erneuerung und neue Kraft in der Stille.“
Möchtest du dich noch weiter in dieses Thema vertiefen? Im Anschluss findest du die Schritte die ich für diesen Impuls gegangen bin. Die Informationen hole ich mir meistens aus BibleHub.com damit auch du es nachschlagen kannst.
Lass uns mit einem Gebet beginnen.
Himmlischer Vater, wir kommen zu Dir, um Dein Wort zu betrachten. Öffne unsere Herzen und Sinne, damit wir Deine Weisheit und Deinen Willen für unser Leben erkennen. Fülle uns mit Deinen Heiligen Geist, um uns zu leiten und uns tiefer in das Verständnis Deiner Wahrheit zu führen. Mögen wir in Deiner Gegenwart Ruhe finden und in Deinem Wort Ermutigung und Führung entdecken. Danke, dass Du immer bei uns bist und uns leitest.
In Jesu Namen,
Amen.
Kontext des Textes:
Markus 6 ist ein reichhaltiges Kapitel voller Ereignisse. Um die Bedeutung unseres Textabschnitts vollständig zu erfassen, müssen wir einige der vorangegangenen Ereignisse und Themen in den Blick nehmen.
In den Versen vor unserem Textabschnitt schickt Jesus die zwölf Jünger zwei und zwei aus, um zu predigen, zu heilen und Dämonen auszutreiben (Markus 6:7-13). Sie kehren erfolgreich zurück und berichten Jesus alles, was sie getan und gelehrt haben. Es war eine Zeit intensiver Aktivität und Dienst, sowohl für Jesus als auch für die Jünger. Dieser Dienst war jedoch nicht ohne Herausforderungen und Widerstände, wie die Ablehnung Jesu in seiner Heimatstadt Nazareth (Markus 6:1-6) und die Nachricht von der Hinrichtung Johannes des Täufers durch Herodes (Markus 6:14-29) deutlich machen.
Unser Textabschnitt beginnt mit einem Aufruf Jesu an seine Jünger, sich zurückzuziehen und auszuruhen. Jesus erkennt die Notwendigkeit der physischen und geistlichen Erholung nach einem anstrengenden Dienst. Dies ist ein wichtiger Aspekt von Jesu Mitgefühl und Führungsstil – er kümmert sich nicht nur um die geistlichen Bedürfnisse der Menschen, sondern auch um ihr körperliches Wohlbefinden. Der Vers 31 betont, dass es so viele Menschen gab, dass sie nicht einmal Zeit zum Essen fanden. Dies zeigt die Dringlichkeit und den Umfang des Dienstes, den Jesus und seine Jünger leisteten.
Jesus führt sie also an einen einsamen Ort, um Ruhe zu finden. Doch die Menge lässt ihnen kaum eine Pause. Die Menschen sehen sie wegfahren und laufen aus allen Städten dorthin, sodass sie noch vor Jesus und seinen Jüngern ankommen. Dies zeigt die Sehnsucht und das Bedürfnis der Menschen nach Jesu Lehren und Heilung.
Als Jesus die Menge sieht, hat er Mitleid mit ihnen, weil sie wie Schafe ohne Hirten sind. Dieses Bild ist tief im Alten Testament verwurzelt, wo Schafe ohne Hirten für Menschen stehen, die ohne Führung, Schutz und Fürsorge sind. Jesu Reaktion zeigt sein tiefes Mitgefühl und seine Bereitschaft, trotz seiner eigenen Erschöpfung, für die Bedürfnisse der Menschen da zu sein. Er beginnt, sie vieles zu lehren, was seine Rolle als der gute Hirte unterstreicht, der seine Schafe lehrt, führt und schützt.
Zusammengefasst zeigt der Kontext von Markus 6:31-34 die Balance zwischen Dienst und Ruhe, die Notwendigkeit der Fürsorge sowohl für die geistlichen als auch für die physischen Bedürfnisse und das tiefe Mitgefühl Jesu für die Menschen, die zu ihm kommen. Dies bereitet uns darauf vor, die Tiefe und Bedeutung unseres Textabschnitts in den folgenden Schritten besser zu verstehen.
Schlüsselwörter identifizieren:
Markus 6:31-34 Ursprünglicher Text (Griechisch – Textus Receptus) 31. Καὶ εἶπεν αὐτοῖς· Δεῦτε ὑμεῖς αὐτοὶ κατ’ ἰδίαν εἰς ἔρημον τόπον, καὶ ἀναπαύσασθε ὀλίγον. Ἦσαν γὰρ οἱ ἐρχόμενοι καὶ οἱ ὑπάγοντες πολλοί, καὶ οὐδὲ φαγεῖν εὐκαίρουν. 32. Καὶ ἀπῆλθον εἰς ἔρημον τόπον πλοίῳ κατ’ ἰδίαν. 33. Καὶ εἶδον αὐτοὺς ὑπάγοντας καὶ ἐπέγνωσαν αὐτοὺς πολλοί, καὶ πεζῇ ἀπὸ πασῶν τῶν πόλεων συνέδραμον ἐκεῖ καὶ προῆλθον αὐτούς. 34. Καὶ ἐξελθὼν εἶδεν πολὺν ὄχλον, καὶ ἐσπλαγχνίσθη ἐπ’ αὐτούς, ὅτι ἦσαν ὡς πρόβατα μὴ ἔχοντα ποιμένα, καὶ ἤρξατο διδάσκειν αὐτοὺς πολλά.
Deutsche Übersetzung 31. Und er sprach zu ihnen: Kommt ihr allein an einen einsamen Ort und ruht ein wenig aus. Denn es waren viele, die kamen und gingen, und sie hatten nicht einmal Zeit zum Essen. 32. Und sie fuhren allein in einem Boot an einen einsamen Ort. 33. Und viele sahen sie wegfahren und erkannten sie, und sie liefen aus allen Städten zu Fuß dorthin und kamen ihnen zuvor. 34. Und als Jesus ausstieg, sah er eine große Menge und hatte Mitleid mit ihnen, denn sie waren wie Schafe ohne Hirten; und er fing an, sie vieles zu lehren.
Semantisch-pragmatische Kommentierung der Schlüsselwörter
- Δεῦτε ὑμεῖς αὐτοὶ (Deute hymeis autoi) „Kommt ihr allein“: Diese Aufforderung zeigt, dass Jesus seine Jünger in einen ruhigen, abgeschiedenen Ort bringen wollte, um ihnen eine Pause von der Menge zu geben.
- κατ’ ἰδίαν εἰς ἔρημον τόπον (kat‘ idian eis erēmon topon) „an einen einsamen Ort“: „ἔρημον τόπον“ (einsamer Ort) bezieht sich auf einen abgelegenen Platz, fern von den Menschenmengen. Dies zeigt die Notwendigkeit der Ruhe und Erholung.
- ἀναπαύσασθε ὀλίγον (anapausasthe oligon) „ruht ein wenig aus“: „ἀναπαύσασθε“ (ruht aus) betont die Wichtigkeit von Ruhe und Erholung, besonders nach intensiver Arbeit oder Dienst.
- οἱ ἐρχόμενοι καὶ οἱ ὑπάγοντες (hoi erchomenoi kai hoi hypagontes) „die kamen und gingen“: Diese Formulierung beschreibt die ständige Bewegung und das Gedränge der Menschen um Jesus und seine Jünger, was keine Zeit für Pausen ließ.
- φαγεῖν εὐκαίρουν (phagein eukairoun) „Zeit zum Essen“: Dies unterstreicht die Intensität des Dienstes, dass sie nicht einmal die Zeit hatten, sich um ihre grundlegenden Bedürfnisse zu kümmern.
- ἀπῆλθον (apēlthon) „fuhren“: Das Verlassen des Ortes zeigt die aktive Entscheidung, sich zurückzuziehen, um Ruhe zu finden.
- ἐσπλαγχνίσθη (esplagchnisthē) „hatte Mitleid“: Dieses Verb bedeutet tiefes Mitgefühl oder Erbarmen. Jesus‘ Reaktion auf die Menschenmenge zeigt seine Barmherzigkeit und Fürsorge.
- ὡς πρόβατα μὴ ἔχοντα ποιμένα (hōs probata mē echonta poimena) „wie Schafe ohne Hirten“: Diese Metapher beschreibt den Zustand der Menschen, die Führung und Betreuung benötigen.
- διδάσκειν αὐτοὺς πολλά (didaskein autous polla) „sie vieles zu lehren“: Jesus’ Entscheidung, die Menschen zu lehren, zeigt seine Priorität, geistliche Bedürfnisse zu stillen.
Kommentar zum Text:
Markus 6:31-34 beginnt mit der Einladung Jesu an seine Jünger: „Kommt ihr allein an einen einsamen Ort und ruht ein wenig aus.“ Diese einfache, aber kraftvolle Aufforderung trägt eine tiefgründige Botschaft in sich. Jesus, der inmitten eines hektischen Dienstes steht, erkennt die erschöpfende Wirkung des unaufhörlichen Dienstes und der Interaktionen mit den Menschenmengen. Er sieht die Notwendigkeit, sich zurückzuziehen und sich zu erholen. Diese Einladung zeigt, dass Jesus die physische und emotionale Belastung versteht, die seine Jünger durchmachen. Er gibt ihnen die Erlaubnis, eine Pause zu machen, was in unserer heutigen, von Überarbeit und Burnout geprägten Gesellschaft von immenser Bedeutung ist.
Der Begriff „einsamer Ort“ (ἔρημον τόπον) hat eine tiefere spirituelle Konnotation. In der Bibel sind einsame Orte oft Schauplätze für göttliche Offenbarungen und intensive Gebetszeiten. Jesus selbst zog sich häufig an solche Orte zurück, um mit seinem Vater zu kommunizieren (vgl. Lukas 5:16). Der einsame Ort ist also nicht nur ein physischer Rückzugsort, sondern auch ein Ort der geistlichen Erneuerung und der Intimität mit Gott. Dies betont die Notwendigkeit, regelmäßig Zeiten der Stille und des Gebets in unser Leben zu integrieren, um geistlich aufzutanken.
Die Phrase „ruht ein wenig aus“ (ἀναπαύσασθε ὀλίγον) spricht von der Balance zwischen Arbeit und Ruhe, die auch im biblischen Konzept des Sabbats verankert ist. Der Sabbat war ein Tag der Ruhe, der von Gott selbst als heilig gesetzt wurde (Genesis 2:2-3). Jesus’ Einladung zur Ruhe erinnert uns daran, dass wir nicht nur für die Arbeit geschaffen sind, sondern auch für die Erholung und das Genießen der Gegenwart Gottes. Diese Ruhe ist essentiell, um unsere physischen und geistigen Ressourcen zu erneuern, damit wir effektiv und nachhaltig dienen können.
Die Erwähnung, dass die Jünger „nicht einmal Zeit zum Essen fanden“, unterstreicht die Intensität ihres Dienstes. Essen, als eine grundlegende menschliche Notwendigkeit, wurde aufgrund des ständigen Kommens und Gehens der Menschen vernachlässigt. Diese Beschreibung verstärkt das Bild der Dringlichkeit und des unaufhörlichen Bedarfs der Menschen, die von Jesus und seinen Jüngern angezogen wurden. Es zeigt auch, dass echter Dienst oft Opfer erfordert, aber dass auch die treuesten Diener Zeiten der Wiederherstellung benötigen.
Als die Menge sah, dass Jesus und seine Jünger wegfuhren, liefen sie zu Fuß aus allen Städten dorthin und kamen ihnen zuvor. Diese Reaktion der Menschenmenge zeigt ihren tiefen Hunger und Durst nach der Lehre und der Gegenwart Jesu. Die Menschen waren bereit, große Anstrengungen zu unternehmen, um bei Jesus zu sein. Dies spiegelt eine tiefe spirituelle Wahrheit wider: die Sehnsucht des menschlichen Herzens nach göttlicher Führung und Heilung. Diese Sehnsucht ist universell und zeitlos, sie ist auch heute in den Herzen der Menschen präsent.
Als Jesus die große Menge sieht, „hatte er Mitleid mit ihnen“ (ἐσπλαγχνίσθη ἐπ’ αὐτούς). Das griechische Wort „ἐσπλαγχνίσθη“ beschreibt ein tiefes inneres Erbarmen, das Jesus für die Menschen empfindet. Es zeigt seine göttliche Barmherzigkeit und seine Fähigkeit, tief in das Herz und die Not der Menschen zu blicken. Jesus sieht sie „wie Schafe ohne Hirten“, ein Bild, das in der biblischen Tradition tief verwurzelt ist (vgl. Psalm 23; Hesekiel 34:5). Schafe ohne Hirten sind verloren, verwundbar und orientierungslos. Sie brauchen einen Hirten, der sie führt, beschützt und versorgt. Jesus erkennt diesen tiefen Bedarf und reagiert nicht mit Frustration oder Ungeduld, sondern mit Mitgefühl und Fürsorge.
In seiner Reaktion, die Menschenmenge zu lehren, zeigt Jesus, dass er der gute Hirte ist, der gekommen ist, um seine Schafe zu führen und zu nähren (vgl. Johannes 10:11). Seine Lehre ist nicht nur intellektuelle Information, sondern lebensspendende Wahrheit, die ihre Herzen und Leben transformieren soll. Jesus lehrt sie „vieles“, was darauf hinweist, dass sein Dienst umfassend und tiefgründig ist. Er gibt ihnen geistliche Nahrung, die sie in ihrer Not dringend benötigen.
Zusammengefasst sehen wir in Markus 6:31-34 eine tiefgehende Darstellung von Jesu Mitgefühl, Weisheit und Führung. Jesus zeigt uns, dass effektiver Dienst immer mit Zeiten der Ruhe und Erholung im Einklang stehen muss. Er erinnert uns daran, dass wir als seine Nachfolger sowohl für unsere körperlichen als auch geistlichen Bedürfnisse sorgen müssen, um nachhaltig dienen zu können. Gleichzeitig sehen wir in seiner Reaktion auf die Menschenmenge ein tiefes Beispiel göttlicher Barmherzigkeit und Hingabe. Jesus ist der Hirte, der seine Schafe kennt und liebt, der ihre tiefsten Bedürfnisse sieht und darauf mit unendlicher Weisheit und Mitgefühl reagiert.
SPACE-Anwendung*
Die SPACE-Anwendung ist eine Methode, um biblische Texte praktisch auf das tägliche Leben anzuwenden. Sie besteht aus fünf Schritten, die jeweils durch die Anfangsbuchstaben von „SPACE“ repräsentiert werden:
S. – Sünde identifizieren: Die Sünde, die wir in diesem Text identifizieren können, ist die Vernachlässigung der Selbstfürsorge und das Ignorieren der eigenen Grenzen. Wenn wir uns selbst nicht die nötige Ruhe gönnen und die ständigen Anforderungen der Welt zulassen, dass sie uns überwältigen, vernachlässigen wir den Tempel des Heiligen Geistes – unseren Körper und Geist.
P. – Versprechen festhalten: Das Versprechen in diesem Text ist, dass Jesus unsere Bedürfnisse sieht und sich um uns sorgt. Er erkennt unsere Erschöpfung und ruft uns zur Ruhe auf. Dieses Versprechen zeigt uns, dass wir in Jesus eine Quelle der Erneuerung und der Stärke finden können. Er lädt uns ein, zu ihm zu kommen und in seiner Gegenwart Ruhe zu finden.
A. – Aktiv werden: Wir sollten aktiv Schritte unternehmen, um regelmäßige Zeiten der Ruhe und Erholung in unser Leben zu integrieren. Das bedeutet, dass wir bewusst Pausen einplanen, uns zurückziehen und uns auf unsere geistige Erneuerung konzentrieren. Dies könnte durch Gebet, Meditation, das Lesen der Bibel oder einfach durch stille Zeit in der Natur geschehen.
C. – Appell verstehen: Der Appell in diesem Text ist klar: „Kommt ihr allein an einen einsamen Ort und ruht ein wenig aus.“ Jesus ruft uns auf, die Bedeutung der Ruhe zu erkennen und diese bewusst in unser Leben zu integrieren. Wir sind aufgerufen, uns Zeit für Erholung und geistliche Erneuerung zu nehmen, um effektiv und nachhaltig dienen zu können. Dies ist nicht nur eine Empfehlung, sondern ein Aufruf zur Tat, um ein gesundes und ausgeglichenes Leben zu führen.
E. – Beispiel folgen: Das Beispiel, dem wir folgen sollten, ist das von Jesus selbst. Trotz seiner eigenen Bedürfnisse und der unaufhörlichen Anforderungen der Menschen um ihn herum, nimmt er sich Zeit für Ruhe und zieht sich an einsame Orte zurück. Gleichzeitig zeigt er Mitgefühl und dient den Menschen, die wie Schafe ohne Hirten sind. Wir sollten sowohl die Notwendigkeit der Ruhe als auch das Mitgefühl und die Bereitschaft, anderen zu dienen, in unserem Leben nachahmen.
Fazit: Markus 6:31-34 erinnert uns an die wesentliche Balance zwischen Dienst und Selbstfürsorge. Wir sind aufgerufen, unsere physischen und geistlichen Bedürfnisse ernst zu nehmen, indem wir regelmäßige Pausen einlegen und uns geistlich erneuern. Gleichzeitig sollen wir Mitgefühl für die Menschen um uns herum zeigen und ihnen dienen, wie Jesus es tat. Indem wir diesen Prinzipien folgen, können wir ein gesundes, erfülltes und effektives Leben führen, das sowohl uns selbst als auch anderen zugutekommt.
Persönliche Identifizierung mit dem Text durch die Perspektive Henry Clouds Prinzipien
In Markus 6:31-34 wie schon gesagt, lesen wir, wie Jesus und seine Jünger von Menschenmengen umgeben sind, die Heilung und Lehre suchen. Jesus erkennt die Notwendigkeit, sich zurückzuziehen, um sich zu erholen und zu essen, bevor sie weitermachen. Diese Passage bietet uns wertvolle Einblicke in die Prinzipien der Selbstfürsorge, des Setzens von Grenzen und des Mitgefühls, die Henry Cloud in seinen Werken ausführlich beschreibt.
Stell dir vor, du bist ein Jünger in dieser Szene. Du bist erschöpft von den ständigen Anforderungen der Menschen um dich herum. Vielleicht fühlst du dich überwältigt und ausgelaugt. Jesus bemerkt das und sagt: „Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig.“ Was bedeutet das für dich persönlich? Es zeigt, dass selbst in Zeiten intensiven Dienstes und hoher Anforderungen eine Pause notwendig und berechtigt ist. Henry Cloud betont in „Boundaries: When to Say Yes, How to Say No to Take Control of Your Life“, dass Selbstfürsorge kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit ist. Er argumentiert, dass wir, um effektiv zu sein, uns Zeit für Erholung und Selbstpflege nehmen müssen. Dies ist nicht nur eine körperliche, sondern auch eine geistige und emotionale Notwendigkeit.
Warum fällt es uns oft so schwer, diese Pausen einzulegen? In vielen Fällen haben wir gelernt, dass wir immer verfügbar sein müssen, um die Erwartungen anderer zu erfüllen. Diese Erwartungshaltung kann tief in uns verwurzelt sein, oft durch unsere Erziehung oder gesellschaftliche Normen verstärkt. Cloud und Townsend beschreiben in „Boundaries: When to Say Yes, How to Say No to Take Control of Your Life“, dass gesunde Grenzen uns helfen, das Gute hereinzulassen und das Schlechte draußen zu halten. Dies bedeutet, dass wir manchmal Nein sagen müssen, um Raum für wichtigere Ja zu schaffen. Jesus selbst gibt uns ein Beispiel dafür, wie wir diese Grenzen setzen können, indem er die Bedürfnisse seiner Jünger erkennt und priorisiert.
Wenn wir weiter in den Text eintauchen, sehen wir in Markus 6:34, dass Jesus trotz der Erschöpfung seiner Jünger Mitgefühl für die Menge hat. Er sieht die Menschen „wie Schafe ohne Hirten“ und beginnt, sie zu lehren. Hier sehen wir ein tiefes Mitgefühl und eine Verpflichtung zur Fürsorge, die Henry Cloud in „The Power of the Other“ hervorhebt. Cloud betont, dass echte Verbindungen und Mitgefühl entscheidend sind, um ein unterstützendes Umfeld zu schaffen, das persönliches Wachstum und Heilung fördert.
Die Prinzipien aus Markus 6:31-34 und Henry Clouds Arbeiten zeigen uns, eine Balance zwischen Dienst und Selbstfürsorge zu finden. Es ist unerlässlich, Grenzen zu setzen, um Burnout zu vermeiden und sicherzustellen, dass wir aus einer Position der Stärke und Fülle heraus dienen können. Wie oft findest du dich in der Situation, dass du anderen hilfst, aber deine eigenen Bedürfnisse vernachlässigst? Dies kann zu Erschöpfung und sogar zu Ressentiments führen, was wiederum die Qualität unseres Dienstes beeinträchtigt.
Cloud zeigt in „Integrity: The Courage to Meet the Demands of Reality“, dass Integrität auch bedeutet, authentisch zu sein und unsere eigenen Bedürfnisse anzuerkennen und zu respektieren. Dies erfordert Mut, insbesondere in einer Kultur, die oft Selbstaufopferung über Selbstfürsorge stellt. Jesus gibt uns ein kraftvolles Beispiel für diese Integrität, indem er sowohl das Bedürfnis nach Ruhe als auch das Mitgefühl für andere in Einklang bringt.
Die Auswirkungen dieser Prinzipien sind tiefgreifend. Indem wir uns die Zeit nehmen, uns um uns selbst zu kümmern und unsere Grenzen zu wahren, können wir letztendlich besser für andere sorgen. Dies schafft ein nachhaltiges Modell des Dienstes, das sowohl uns selbst als auch denen, denen wir dienen, zugutekommt. Stell dir vor, du könntest in deinem täglichen Leben eine solche Balance finden. Welche Veränderungen würdest du bemerken? Wie würde dies deine Beziehungen und deine Fähigkeit, anderen zu helfen, beeinflussen?
Zusammenfassend können wir aus Markus 6:31-34 und Henry Clouds Arbeiten lernen, dass Selbstfürsorge, das Setzen von Grenzen und Mitgefühl miteinander verbunden sind und uns helfen, ein erfülltes und effektives Leben zu führen. Es ist eine Erinnerung daran, dass wir, um für andere da zu sein, zuerst für uns selbst sorgen müssen. Diese Prinzipien sind nicht nur biblisch fundiert, sondern auch psychologisch und praktisch bewährt, wie Cloud in seinen zahlreichen Büchern zeigt. Indem wir diese Lehren in unser Leben integrieren, können wir ein ausgewogenes und gesundes Leben führen, das sowohl uns selbst als auch den Menschen um uns herum dient.
*Die SPACE-Analyse im Detail:
Sünde (Sin): In diesem Schritt überlegst du, ob der Bibeltext eine spezifische Sünde aufzeigt, vor der du dich hüten solltest. Es geht darum, persönliche Fehler oder falsche Verhaltensweisen zu erkennen, die der Text anspricht. Sprich, Sünde, wird hier als Verfehlung gegenüber den „Lebens fördernden Standards“ definiert.
Verheißung (Promise): Hier suchst du nach Verheißungen in dem Text. Das können Zusagen Gottes sein, die dir Mut, Hoffnung oder Trost geben. Diese Verheißungen sind Erinnerungen an Gottes Charakter und seine treue Fürsorge.
Aktion (Action): Dieser Teil betrachtet, welche Handlungen oder Verhaltensänderungen der Text vorschlägt. Es geht um konkrete Schritte, die du unternehmen kannst, um deinen Glauben in die Tat umzusetzen.
Appell (Command): Hier identifizierst du, ob es in dem Text ein direktes Gebot oder eine Aufforderung gibt, die Gott an seine Leser richtet. Dieser Schritt hilft dir, Gottes Willen für dein Leben besser zu verstehen.
Beispiel (Example): Schließlich suchst du nach Beispielen im Text, die du nachahmen (oder manchmal auch vermeiden) solltest. Das können Handlungen oder Charaktereigenschaften von Personen in der Bibel sein, die als Vorbild dienen.
Diese Methode hilft dabei, die Bibel nicht nur als historisches oder spirituelles Dokument zu lesen, sondern sie auch praktisch und persönlich anzuwenden. Sie dient dazu, das Wort Gottes lebendig und relevant im Alltag zu machen.
