Einleitender Impuls:
„Wenn wir durch den Geist leben, so lasst uns auch durch den Geist wandeln.“ — Galater 5:25
Hast du gewusst?! Man kann im Geist leben und trotzdem ganz schön danebenlaufen? Ja, richtig gelesen. Paulus macht hier einen spannenden Punkt: Nur weil du einmal gesagt hast, dass du mit Gott leben willst, heißt das nicht automatisch, dass du jeden Tag so lebst. Es gibt einen Unterschied zwischen „im Geist leben“ und „im Geist wandeln“. Was wäre, wenn du lernen könntest, dein Leben wirklich von Gottes Geist leiten zu lassen und vom religiösen Zuschauer zu einem im Geist-Mitläufer wirst? und dass in jeder Entscheidung, in jeder Situation! Klingt nach einer Herausforderung… — ja das ist es auch, aber es ist eine die sich lohnt. Wie das geht, erfährst du in der vollen Betrachtung!
Fragen zur Vertiefung oder für Gruppengespräche:
- In welchen Bereichen deines Lebens spürst du, dass du zwar glaubst, aber nicht aktiv im Geist „Mitläufst“?
- Wie kannst du den Geist bewusst in deinen Alltag einladen, damit er deine Entscheidungen leitet?
- Welche kleinen Schritte kannst du jeden Tag gehen, um im „Gleichschritt mit dem Geist“ zu bleiben?
Parallele Bibeltexte als Slogans:
Römer 8:14 — „Alle, die vom Geist Gottes geführt werden, sind Kinder Gottes“
Galater 2:20 — „Ich lebe, doch nicht ich, sondern Christus lebt in mir“
Johannes 16:13 — „Der Geist der Wahrheit wird euch in die ganze Wahrheit leiten“
Psalm 119:105 — „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg“
Im Anschluss findest du die komplette Betrachtung die ich für diesen Impuls gegangen bin. Die Informationen hole ich mir meistens aus BibleHub.com damit auch du es nachschlagen kannst.
Bevor wir den Vers Galater 5:25 betrachten, lass uns diesen letzten Abschnitt mit einem Gebet beginnen.
Herr, danke, dass Du uns durch Deinen Geist führst und leitest. Wir wollen uns immer wieder neu zu Dir ausrichten, damit wir in Deinem Geist wandeln können. Hilf uns, unsere Schritte im Einklang mit Deinem Willen zu setzen und immer bereit zu sein, Deinen Wegen zu folgen, egal wohin Du uns führst.
In Jesu Namen beten wir, Amen.
Der Text:
Galater 5:25 Hfa Durch Gottes Geist haben wir neues Leben, darum wollen wir uns jetzt ganz von ihm bestimmen lassen!
Der Kontext:
In diesem Abschnitt geht es darum, die grundlegenden Fragen – das „Wer“, „Wo“, „Was“, „Wann“ und „Warum“ – zu klären. Das Ziel ist es, ein besseres Bild von der Welt und den Umständen zu zeichnen, in denen dieser Vers verfasst wurde. So bekommen wir ein tieferes Verständnis für die Botschaft, bevor wir uns den Details widmen.
In Galater 5:25 spricht Paulus davon, dass diejenigen, die durch den Geist leben, auch „im Geist wandeln“ sollen. Dies baut auf den vorherigen Versen auf und stellt die logische Konsequenz dar: Wenn wir durch den Geist leben, bedeutet das, dass unser ganzes Handeln und Denken vom Geist geprägt sein sollte. Es geht darum, täglich mit dem Heiligen Geist zu leben, sich in jeder Situation von ihm führen zu lassen und nicht nur ein einmaliges Erlebnis zu haben.
Für die Christen damals war das eine klare Anleitung. Sie lebten in einer Welt voller Herausforderungen und Einflüsse, und Paulus wollte, dass sie verstehen, dass das Leben im Geist nicht nur eine theoretische Idee ist, sondern ganz praktisch in ihrem Alltag Anwendung finden soll. „Wandeln“ im Geist heißt also, dass der Glaube nicht nur eine Entscheidung ist, sondern eine tägliche Praxis, bei der jede Handlung durch die Führung Gottes geprägt wird. Das war eine wichtige Botschaft für die Galater und bleibt es auch heute noch.
Die Schlüsselwörter:
Ursprünglicher Text (Griechisch – Nestle-Aland 28):
Εἰ ζῶμεν πνεύματι, πνεύματι καὶ στοιχῶμεν.
Übersetzung:
„Wenn wir durch den Geist leben, so lasst uns auch durch den Geist wandeln.“
Semantisch-pragmatische Kommentierung der Schlüsselwörter:
- ζῶμεν (zōmen) „leben“: Das Verb beschreibt hier das geistliche Leben. Es bedeutet, dass das Leben im Glauben und durch die Führung des Heiligen Geistes geschieht. Es geht um eine ganzheitliche Lebensweise, die vom Geist Gottes bestimmt wird.
- πνεύματι (pneumati) „durch den Geist“: Das Wort „pneuma“ bedeutet „Geist“ und bezieht sich hier auf den Heiligen Geist. Der Heilige Geist ist die Quelle des neuen Lebens und die Kraft, die Christen befähigt, nach Gottes Willen zu leben.
- στοιχῶμεν (stoichōmen) „wandeln“: Dieses Wort beschreibt das bewusste und geordnete Voranschreiten in einer bestimmten Richtung. Paulus fordert die Galater auf, nicht nur im Geist zu leben, sondern auch im Einklang mit dem Geist zu handeln – das bedeutet, dass ihr ganzes Leben von diesem Geist geformt wird.
Ein Kommentar zum Text:
Der dritte Abschnitt (Galater 5:25) führt uns zur Frage: Wie sieht das Leben im Geist praktisch aus? Paulus fordert die Galater auf, wenn sie durch den Geist leben, auch „im Geist zu wandeln“ (στοιχῶμεν, stoichōmen). Dieser Ausdruck „wandeln“ ist ein faszinierendes Bild im Neuen Testament. Es beschreibt nicht einfach nur eine Handlung, sondern eine kontinuierliche, bewusste Lebensweise. Im Hebräischen würde man vielleicht den Begriff „halakha“ verwenden, der das gesamte Lebensethos eines Gläubigen beschreibt. Hier geht es darum, dass unser Leben – unsere Gedanken, Entscheidungen und Handlungen – in einer Linie mit dem Geist Gottes stehen. In Römer 8:4-5 betont Paulus, dass diejenigen, die im Geist leben, ihre Gedanken auf das richten, was der Geist will, im Gegensatz zu dem, was das Fleisch will.
Aber das Leben im Geist ist kein statischer Zustand. Es ist ein ständiger Prozess der Abhängigkeit von Gott. Das Wort stoichōmen kann auch „im Gleichschritt bleiben“ bedeuten, wie Soldaten, die in einer Linie marschieren. Paulus deutet hier an, dass das Leben im Geist ein dynamischer, gemeinsamer Prozess ist. Es geht nicht nur um persönliche Heiligung, sondern auch um die Gemeinschaft mit anderen Gläubigen. In einer Welt, die oft nach Individualismus strebt, fordert uns dieser Text heraus, unser Leben nicht isoliert, sondern in Gemeinschaft zu führen, im „Gleichschritt“ mit dem Heiligen Geist und mit anderen Christen.
Ein interessanter Querverweis findet sich in Epheser 5:18-21, wo Paulus die Gläubigen auffordert, sich vom Geist erfüllen zu lassen und in einer Haltung der Dankbarkeit und Demut miteinander umzugehen. Diese Gemeinschaft im Geist ist zentral für das christliche Leben. In Galater 6:1-2 spricht Paulus direkt im Anschluss an unseren Abschnitt darüber, wie Gläubige einander in Liebe ermahnen und tragen sollen. Die Frucht des Geistes, die wir in uns tragen, ist also nie nur für uns selbst gedacht, sondern für die Gemeinschaft. Hier sehen wir eine theologische Spannung: Das Leben im Geist ist sowohl eine persönliche als auch eine gemeinschaftliche Reise.
Die SPACE-Anwendung*
Die SPACE-Anwendung ist eine Methode, um biblische Texte praktisch auf das tägliche Leben anzuwenden. Sie besteht aus fünf Schritten, die jeweils durch die Anfangsbuchstaben von „SPACE“ repräsentiert werden:
S – Sünde (Sin):
Eine mögliche Verfehlung wäre es, in unserem geistlichen Leben passiv zu sein. Paulus erinnert uns daran, dass es nicht reicht, einfach nur „im Geist zu leben“, sondern dass wir auch „im Geist wandeln“ sollten. Es wäre gut, wenn wir erkennen, dass der Glaube mehr ist als nur ein Gefühl oder ein Bekenntnis. Der Glaube sollte unseren Alltag bestimmen, und das bedeutet, dass wir aktiv im Geist leben sollten.
P – Verheißung (Promise):
Die Verheißung, die in diesem Vers mitschwingt, ist, dass der Heilige Geist uns leiten und befähigen wird. Gott hat uns nicht allein gelassen, sondern gibt uns durch seinen Geist die Kraft, so zu leben, wie es ihm gefällt. In Johannes 16:13 steht: „Der Geist der Wahrheit wird euch in die ganze Wahrheit leiten.“ Diese Zusage erinnert uns daran, dass wir uns auf Gottes Führung verlassen können.
A – Aktion (Action):
Ein praktischer Schritt wäre es, jeden Tag bewusst nach der Führung des Heiligen Geistes zu fragen. Es wäre gut, wenn wir uns immer wieder neu ausrichten, unsere Gedanken und Handlungen überprüfen und uns fragen: Handle ich in Übereinstimmung mit dem Geist? Kleine Momente der Reflexion können hier einen großen Unterschied machen.
C – Appell (Command):
Der Appell, den Paulus in diesem Vers formuliert, ist eine Aufforderung, aktiv im Geist zu wandeln. Es wäre gut, wenn wir jeden Tag neu entscheiden, in der Kraft des Geistes zu leben und uns in allen Bereichen von ihm leiten zu lassen. Dies ist kein passives Leben, sondern eine aktive Zusammenarbeit mit dem Geist Gottes.
E – Beispiel (Example):
Ein inspirierendes Beispiel ist Lydia aus Apostelgeschichte 16:14-15, die Paulus begegnete. Sie öffnete nicht nur ihr Herz für das Evangelium, sondern auch ihr Haus, um die Gemeinde zu unterstützen. Ihr Handeln zeigt, wie jemand, der im Geist lebt, auch durch den Geist handelt. Sie nahm den Glauben an und setzte ihn sofort in die Tat um – ein schönes Vorbild für uns.
Persönliche Identifikation mit dem Text:
In diesem Schritt stelle ich mir sogenannte „W“ Fragen: „Was möchte der Text mir sagen?“ in der suche nach der Hauptbotschaft. Dann überlege ich, „Was sagt der Text nicht?“ um Missverständnisse zu vermeiden. Ich reflektiere, „Warum ist dieser Text für mich wichtig?“ um seine Relevanz für mein Leben zu erkennen. Anschließend frage ich mich, „Wie kann ich den Text in meinem Alltag umsetzen/anwenden?“ um praktische Anwendungsmöglichkeiten zu finden. Weiterhin denke ich darüber nach, „Wie wirkt sich der Text auf meinen Glauben aus?“ um zu sehen, wie er meinen Glauben stärkt oder herausfordert. Schließlich frage ich, „Welche Schlussfolgerungen kann ich für mich aus dem Gesagten ziehen?“ um konkrete Handlungen und Einstellungen abzuleiten.
Das Leben „im Geist wandeln“ – klingt so schön, oder? und hey, ich möchte eigentlich hier kein „aber“ verwenden, aber wenn ich mir das im Alltag vorstelle, frage ich mich oft: Wie sieht das konkret aus? Der Text sagt mir: „Wenn du durch den Geist lebst, dann sollte dein Leben auch davon geprägt sein.“ Was er nicht sagt, ist, dass das immer leicht ist. Es wäre gut, das zu verstehen: Das Leben im Geist ist kein Automatismus — Kein „überspringe“ Button. Es erfordert bewusste Entscheidungen, jeden Tag, sich wirklich mit den Dingen auseinander zu setzen. Das Spannende ist, dass der Text mir nicht nur zeigt, was möglich ist, sondern mich auch einlädt, immer wieder neu in dieses Leben hineinzutreten.
Warum ist das wichtig? Weil ich oft dazu neige, zu denken, dass ich einmal eine Entscheidung für Jesus getroffen habe und dann läuft alles wie von selbst. Der Text erinnert mich daran, dass das Leben im Geist eine tägliche Praxis ist. Es bedeutet, mich immer wieder zu fragen: „Bin ich heute im Gleichschritt mit dem Geist?“ Und ehrlich gesagt, das klingt erstmal anstrengend, aber es ist unglaublich befreiend. Denn wenn ich erkenne, dass der Geist mich leiten will, gibt mir das eine unglaubliche Zuversicht, auch durch schwierige Zeiten hindurch.
Wie setze ich das um? Vielleicht durch kleine Gewohnheiten. Zum Beispiel könnte ich mir angewöhnen, am Ende des Tages zu reflektieren: Wo habe ich heute in der Kraft des Geistes gelebt? Wo habe ich eigene Wege gewählt? Was hätte besser funktioniert? Gab es eine Alternative? Das klingt nicht nach viel, aber es verändert, wie ich den nächsten Tag angehe. Es geht nicht — so wie ich so oft wiederhole — um Perfektionismus, sondern darum, dass ich mich immer wieder auf Gottes Geist einlasse und im Geist den Lebensweg gehe. Das Schöne ist: Der Text gibt mir die Zuversicht, dass Gott mich auf diesem Weg begleitet. Das macht das Leben im Geist zu einer Reise, auf die ich mich freue – weil sie nicht allein von mir abhängt, sondern von Gottes treuer Führung.
*Die SPACE-Analyse im Detail:
Sünde (Sin): In diesem Schritt überlegst du, ob der Bibeltext eine spezifische Sünde aufzeigt, vor der du dich hüten solltest. Es geht darum, persönliche Fehler oder falsche Verhaltensweisen zu erkennen, die der Text anspricht. Sprich, Sünde, wird hier als Verfehlung gegenüber den „Lebens fördernden Standards“ definiert.
Verheißung (Promise): Hier suchst du nach Verheißungen in dem Text. Das können Zusagen Gottes sein, die dir Mut, Hoffnung oder Trost geben. Diese Verheißungen sind Erinnerungen an Gottes Charakter und seine treue Fürsorge.
Aktion (Action): Dieser Teil betrachtet, welche Handlungen oder Verhaltensänderungen der Text vorschlägt. Es geht um konkrete Schritte, die du unternehmen kannst, um deinen Glauben in die Tat umzusetzen.
Appell (Command): Hier identifizierst du, ob es in dem Text ein direktes Gebot oder eine Aufforderung gibt, die Gott an seine Leser richtet. Dieser Schritt hilft dir, Gottes Willen für dein Leben besser zu verstehen.
Beispiel (Example): Schließlich suchst du nach Beispielen im Text, die du nachahmen (oder manchmal auch vermeiden) solltest. Das können Handlungen oder Charaktereigenschaften von Personen in der Bibel sein, die als Vorbild dienen.
Diese Methode hilft dabei, die Bibel nicht nur als historisches oder spirituelles Dokument zu lesen, sondern sie auch praktisch und persönlich anzuwenden. Sie dient dazu, das Wort Gottes lebendig und relevant im Alltag zu machen.
