Workshop – Selbstführung & Gesunde Spiritualität (JuLeiCa 25)

Wie innere Fülle uns hilft, unser Leben bewusst zu gestalten

Einleitung: Warum dieses Thema?

Kennst du das Gefühl, viel zu tun, aber trotzdem innerlich leer zu sein? Vielleicht hast du schon oft versucht, dich besser zu organisieren, produktiver zu sein oder dein Leben effektiver zu führen – aber am Ende fühlst du dich doch erschöpft.

Das Problem ist nicht immer unser Zeitmanagement, sondern die innere Quelle, aus der wir unser Leben gestalten. Selbstführung ist wichtig – aber sie funktioniert nur, wenn sie aus einer gesunden Spiritualität entspringt.

Schlüsselgedanke: Eine gefüllte Seele ist die Grundlage für gute Selbstführung. Wer aus Mangel handelt, ist getrieben. Wer aus Fülle lebt, handelt bewusst.


1. Selbstführung beginnt mit innerer Fülle

Ein Handy mit leerem Akku kann nicht funktionieren – genau so ist es mit uns. Wir versuchen oft, uns durch Leistung oder Disziplin zu „aufladen“, aber wahre Kraft kommt von innen.

Bibelverknüpfung: Psalm 131,2

„Ich habe meine Seele besänftigt und beruhigt; wie ein entwöhntes Kind bei seiner Mutter, so ist meine Seele ruhig in mir.“

Frage zur Reflexion:

  • Lebst du mit einer gefüllten oder einer leeren Seele?
  • Wo versuchst du, durch Aktivität das zu kompensieren, was eigentlich aus Gottes Gegenwart kommen sollte?

Merksatz: Selbstführung ohne eine gefüllte Seele ist nur Stressmanagement.


2. Emotionen bewusst führen – statt sich treiben zu lassen

Viele Menschen lassen sich von Emotionen leiten, ohne es zu merken. Manchmal treibt uns Angst an, manchmal Perfektionismus oder der Wunsch nach Anerkennung. Das Problem: Wer von seinen Emotionen gesteuert wird, kann sich selbst nicht bewusst führen.

Bibelverknüpfung: 2. Korinther 10,5

„Wir nehmen jeden Gedanken gefangen unter den Gehorsam Christi.“

Praxistest:

  • Was treibt dich an? Angst, Druck, Erwartungen anderer?
  • Bist du in der Lage, deine Emotionen zu hinterfragen und bewusst zu steuern?

Merksatz: Gesunde Selbstführung bedeutet nicht, Emotionen zu unterdrücken, sondern sie bewusst wahrzunehmen und in Gottes Wahrheit einzuordnen.


3. Gesunde Spiritualität vs. Toxische Spiritualität

Nicht jede Form von Spiritualität ist gesund. Manche Menschen glauben, dass Gott nur dann mit ihnen zufrieden ist, wenn sie „alles richtig machen“. Doch das führt in eine toxische Spirale der Selbstoptimierung.

Vergleich:

Gesunde SpiritualitätToxische Spiritualität
„Ich bin geliebt, deshalb kann ich handeln.“„Ich muss handeln, um geliebt zu sein.“
Handelt aus Vertrauen und innerer FülleHandelt aus Angst und Druck
Fühlt sich in Gottes Gegenwart sicherHat das Gefühl, nie genug zu sein
Sieht den Alltag als Ort der GottesbegegnungSucht spirituelle „Höhepunkte“

Bibelverknüpfung: Matthäus 13,44

„Das Reich Gottes gleicht einem Schatz, der in einem Acker verborgen liegt.“

Frage zur Reflexion:

  • Suchst du Gott nur in außergewöhnlichen Momenten oder entdeckst du ihn auch im Alltag?
  • Lebst du aus einer Identität des Seins oder aus einem Getrieben-Sein?

Merksatz: Gesunde Spiritualität bedeutet, dass du nicht aus Mangel, sondern aus innerer Ruhe und Identität handelst.


4. Selbstführung braucht langfristige Ziele

Wer immer nur kurzfristig denkt, wird von Emotionen und äußeren Einflüssen bestimmt. Reife Spiritualität bedeutet, dass wir bewusst langfristige Ziele setzen, die über uns selbst hinausgehen.

Das Prinzip der Reife:

  • Kurzfristige Ziele: Sofortige Befriedigung (z. B. Erfolg, Anerkennung).
  • Langfristige Ziele: Beständigkeit, Charakterwachstum, geistliche Tiefe.
  • Höchste Ziele: Ein Leben, das Gottes Reich widerspiegelt.

Bibelverknüpfung: Römer 14,17

„Das Reich Gottes ist Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist.“

Frage zur Reflexion:

  • Sind deine Ziele impulsgetrieben oder von Gottes Werten geprägt?
  • Wie kannst du bewusster in langfristige, geistlich gesunde Ziele investieren?

Merksatz: Wer aus Mangel lebt, sucht schnelle Befriedigung. Wer aus Fülle lebt, verfolgt tiefere Ziele.


5. Praktische Schritte für eine gesunde Selbstführung

1. Der Wertebaum 🌳

Stell dir dein Leben als Baum vor:

  • Wurzeln: Deine Werte und Beziehung zu Gott.
  • Stamm: Deine Haltung und geistliche Stabilität.
  • Früchte: Dein Verhalten und deine Entscheidungen.

Merksatz: Gute Früchte entstehen nur, wenn die Wurzeln gesund sind.

2. Der Psychismus-Prozess 🧠

Jede Handlung beginnt mit einem inneren Prozess:

  1. Wahrnehmung: Was nehme ich auf? (Medien, Gespräche, Gedanken)
  2. Denken: Wie interpretiere ich das?
  3. Haltung: Welche Einstellung entsteht daraus?
  4. Verhalten: Wie handle ich daraufhin?

Frage zur Reflexion: Welche geistliche „Ernährung“ beeinflusst deine Haltung?

3. Der geistliche Akku 🔋

  • Wie oft lädst du deine Seele bewusst auf?
  • Wie sieht deine geistliche „Ladezeit“ aus (z. B. Gebet, Stille, Bibellesen)?

Merksatz: Selbstführung ohne geistliche Ladezeiten führt zu innerer Erschöpfung.