Was ist das wichtigste Ziel in deinem Leben?
Es gibt diese Tage, an denen alles irgendwie dringend ist, oder? Das Handy piept, die To-Do-Liste wächst, und selbst der Kaffee wird kalt, weil du vor lauter Terminen keine Zeit findest, ihn zu trinken. Das Gefühl, ständig etwas erledigen zu müssen, ist uns allen bekannt. Aber am Ende des Tages bleibt eine Frage: Was ist eigentlich das wichtigste Ziel in meinem Leben?
Bevor wir tiefer in diese Frage eintauchen, machen wir eine kleine Übung. Keine Sorge, das wird spannend! Schnapp dir dein Handy und mach ein Selfie. Ja, ich meine es ernst! Aber hier ist der Trick: Schau dir das Bild nicht sofort an. Halte den Druck aus, es direkt zu bewerten – das kommt später.
Jetzt zurück zu unserer Frage: Warum fühlen wir uns oft so ausgebrannt, obwohl wir ständig beschäftigt sind? Viktor Frankl, ein Psychiater, der das KZ überlebt hat, sagte einmal etwas, das mich wirklich bewegt hat: „Burnout ist oft die Folge von ‚Unberufung‘.“ Was er damit meint, ist, dass wir oft Dinge tun, die uns nicht wirklich erfüllen. Wir verlieren den Sinn in dem, was wir tun, und das brennt uns aus.
Frankl erklärte auch, dass Menschen, die in ihrer Berufung leben, ganz anders arbeiten. Für sie sind Arbeitszeit und Stress Nebensache, weil sie wissen, warum sie tun, was sie tun. Das hat bei mir einen wichtigen Punkt zum Vorschein gebracht: Das wichtigste Ziel in meinem Leben bin ich selbst.
Das wichtigste Ziel bin ich selbst? Was soll das bedeuten?
Das klingt vielleicht erstmal seltsam. Aber lass mich erklären: Es geht nicht darum, egoistisch durchs Leben zu laufen, sondern darum, zu wissen, wer ich wirklich bin. Denn wenn ich das nicht weiß, macht all das, was ich tue, keinen Sinn. Wir sind nicht verbunden – nicht mit uns selbst, und deswegen auch nicht mit dem, was wir tun oder was um uns herum passiert. Ohne diese Verbundenheit wird unser Tun oberflächlich und bedeutungslos.
Vielleicht kennst du das auch: Du hetzt von einem Termin zum nächsten, versuchst, allen Erwartungen gerecht zu werden, aber am Ende des Tages fragst du dich: „Was habe ich heute eigentlich für mich selbst gemacht?“ Und hier wird es spannend: Wenn wir nicht wissen, wer wir wirklich sind, fühlen sich all die „wichtigen“ Dinge plötzlich hohl an.
Berufung und Identität – Wie finden wir uns selbst?
Viktor Frankl spricht viel darüber, wie wichtig es ist, Sinn im Leben zu finden. Aber wie entdecken wir unsere Berufung? Ich glaube, die Antwort liegt nicht in uns selbst, sondern bei Gott. In Psalm 139:14 heißt es: „Ich danke dir, dass ich erstaunlich und wunderbar gemacht bin.“ Doch oft vergessen wir das. Wir zweifeln, ob wir gut genug sind, ob unser Leben überhaupt Bedeutung hat.
Und genau hier kommt das Selfie ins Spiel. Schau dir jetzt das Bild an. Aber konzentriere dich besonders auf die Augen. Was siehst du? Strahlen sie? Oder wirken sie müde, vielleicht sogar ausgelaugt? Warum? Kann es sein, dass du die Schönheit, die Gott in dir sieht, nicht in dir selbst erkennst?
Wir sehen uns oft mit den Augen anderer, oder durch den Filter der Erwartungen, die an uns gestellt werden. Dabei ist es Gott, der uns wunderbar gemacht hat – und das ist die Wahrheit, die wir oft nicht sehen.
Praktische Schritte zur Selbstfindung
Jetzt fragst du dich vielleicht: Wie finde ich heraus, wer ich wirklich bin? Hier sind drei Fragen, die dir auf deiner Reise helfen können:
- Woher nimmst du dein Selbstbild? Basiert es auf den Erwartungen anderer oder auf dem, was Gott über dich sagt?
- Wofür brennst du? Was lässt dein Herz höherschlagen? Oft zeigt sich unsere Berufung in den Dingen, die uns wirklich begeistern.
- Wann fühlst du Sinn? Gibt es Momente, in denen du das Gefühl hast, dass alles in deinem Leben zusammenpasst? Diese Augenblicke können dir Hinweise auf deine wahre Berufung geben.
Ich lade dich ein, dir bewusst Zeit zu nehmen, um über diese Fragen nachzudenken. Denn wenn wir uns nicht die Zeit nehmen, uns selbst zu entdecken, bleiben wir gefangen in den Dingen, die uns ausbrennen lassen.
Berufung als Quelle der Erfüllung
Zum Schluss möchte ich dir mitgeben: Wenn wir wissen, wer wir in Gottes Augen sind, dann ergibt unser Leben plötzlich Sinn. Unsere Berufung kommt nicht aus dem, was wir tun, sondern aus dem, wer wir sind. Und wer sind wir? Wir sind Gottes geliebte Kinder. In dieser Identität liegt unser Wert. Alles, was wir tun, bekommt erst dann Sinn, wenn wir das verinnerlichen.
Also, hier ist die Einladung: Du bist das wichtigste Ziel in deinem Leben. Denn wenn du herausfindest, wer du wirklich bist, wirst du den Sinn und die Erfüllung finden, nach der du dich sehnst.