Workshop: Gesunde Spiritualität – Dein Schlüssel zu einem erfüllten Leben

Warum ist eine gesunde Spiritualität wichtig?

Hast Du Dich schon einmal gefragt, warum Du Dich trotz vollem Terminkalender oder scheinbar erfolgreichem Alltag innerlich leer fühlen kannst? Eine gesunde Spiritualität ist der Schlüssel, um diese innere Leere zu füllen. Sie ist kein Zusatz im Leben, sondern eine Grundvoraussetzung, um aus innerer Fülle zu leben – nicht aus einem ständigen Mangel heraus.

Dallas Willard formuliert es so:

„Ein von Gott ausgefülltes Inneres ist die wichtigste Voraussetzung für alles, was wir tun.“

Doch warum tun wir uns oft so schwer mit einem spirituellen Leben? Einer der Gründe ist Angst. Sich auf Gott einzulassen, bedeutet auch, sich selbst ehrlich zu begegnen – mit all den Fragen, Zweifeln und Wunden, die hochkommen könnten. Viele vermeiden die Stille und Konfrontation, weil sie diese Fragen nicht aushalten wollen: „Was, wenn ich nicht gut genug bin?“ oder „Was, wenn ich meine Ziele verfehle?“ Doch genau in dieser ehrlichen Auseinandersetzung liegt der Schlüssel zu einer gesunden Spiritualität.

Psalm 131,2 beschreibt eine „versorgte Seele“ wunderschön:

„Ich habe meine Seele besänftigt und beruhigt; wie ein entwöhntes Kind bei seiner Mutter, so ist meine Seele ruhig in mir.“

Mit einer gefüllten Seele arbeiten und leben wir aus einer inneren Ruhe und nicht aus einem ständigen Mangel. Die zentrale Frage lautet:

  • Lebst Du mit einer gefüllten oder einer leeren Seele?

Das Prinzip der Reife

Reife – insbesondere spirituelle Reife – ist messbar. Stell Dir ein Koordinatensystem vor:

  • Die horizontale Linie steht für die Zeit, die wir in unser Wachstum investieren.
  • Die vertikale Linie repräsentiert die Qualität unserer Ziele.

Reife entsteht, wenn wir langfristige, qualitativ hochwertige Ziele verfolgen. Die Skala reicht von kurzfristigen, impulsgetriebenen Zielen bis hin zu langfristigen, altruistischen Zielen:

  1. Kurzfristige Ziele: Etwa der Wunsch nach sofortiger Befriedigung, wie ein Idealgewicht zu erreichen.
  2. Langfristige Ziele: Ein gesundes Leben zu führen, um besser für andere da sein zu können und langfristig Gott zu dienen.
  3. Höchste Ziele: Ziele, die nicht nur auf uns selbst oder unser Umfeld ausgerichtet sind, sondern auf die Gemeinschaft, die Nachwelt und letztlich auf Gottes Reich.

Gesunde Spiritualität basiert immer auf Reife: Sie entspringt aus dem Sein und nicht aus einem Streben, „etwas zu werden“. Eine falsche Motivation, wie die Suche nach Anerkennung, ist immer ein Hindernis. Es gibt nur eine falsche Antwort in der Reflexion Deiner Spiritualität: Unehrlichkeit.


Was ist eine gesunde Spiritualität?

Jesus beschreibt das Reich Gottes in Matthäus 13,44 als einen Schatz, der in einem Acker verborgen liegt. Dieser Schatz liegt nicht an einem heiligen Ort, sondern in einem Acker – etwas Alltäglichem, Unspektakulärem. Der Mann im Gleichnis kauft nicht nur den Schatz, sondern den ganzen Acker. Das zeigt:

  • Das Reich Gottes ist nicht nur ein Schatz, den Du besitzt, sondern eine Realität, die Dein gesamtes Leben verändert.
  • Es fordert Dich auf, die Alltäglichkeit Deines Lebens zu pflegen, zu bearbeiten und darin Gottes Gegenwart zu entdecken.

Eine gesunde Spiritualität bedeutet, dass Dein Leben von den Werten des Reiches Gottes geprägt ist: Gerechtigkeit, Frieden und Freude im Heiligen Geist (Römer 14,17). Diese Werte sind konkret sichtbar:

  • Gerechtigkeit: Du handelst ehrlich und mit Integrität.
  • Frieden: Du vertraust Gottes Führung – auch in stürmischen Zeiten.
  • Freude: Du findest eine bleibende Freude, die unabhängig von äußeren Umständen ist.

Toxische Spiritualität hingegen entsteht, wenn wir aus einem Gefühl der Unzulänglichkeit heraus handeln:

  • Toxische Spiritualität: „Ich muss etwas tun, um jemand zu sein.“
  • Gesunde Spiritualität: „Ich bin geliebt und angenommen, deshalb kann ich handeln.“

Wie lebe ich eine gesunde Spiritualität?

Der erste Schritt zu einer gesunden Spiritualität ist die Bereitschaft, Dein Leben aus dem Sein heraus zu gestalten – nicht aus einem Gefühl des „Müssens“. Jesus lädt uns in Johannes 10,10 zu einem Leben in Fülle ein:

„Ich bin gekommen, damit ihr Leben habt – Leben in Fülle.“

Doch wie kann man dieses Leben gestalten? Hier sind drei Prinzipien, die dabei helfen:


1. Das Prinzip des Psychismus

Alles, was wir tun, folgt einem inneren Prozess, den wir verstehen sollten:

  1. Sinneswahrnehmung: Was wir hören, sehen, riechen, schmecken oder fühlen, prägt unsere Wahrnehmung.
  2. Denken: Unsere Wahrnehmung wird im Denken verarbeitet und beeinflusst unsere Haltung.
  3. Haltung: Unsere Haltung bestimmt unsere Gefühle, Emotionen und Einstellung.
  4. Verhalten: Unsere Haltung prägt unser Tun und Sprechen.
  5. Gewohnheiten: Wiederholtes Verhalten wird zur Routine.

Eine gesunde Spiritualität beginnt damit, dass wir unsere Sinne mit Dingen füttern, die langfristig ein positives Ergebnis hervorbringen. Auch wenn etwas nicht immer angenehm ist, zählt die Frucht, die daraus entsteht. Diese Prozesse führen zu einem resilienten Denken, das uns hilft, aus dem Sein heraus zu handeln.


2. Der Wertebaum

Stell Dir Dein Leben wie einen Baum vor:

  • Die Wurzeln sind Deine Werte und Prinzipien, die tief in Gottes Wort verankert sind.
  • Der Stamm ist Deine innere Haltung, geprägt durch Deine Werte.
  • Die Äste und Blätter repräsentieren Deine Emotionen, die sich aus Deiner Haltung ableiten.
  • Die Früchte sind Dein Verhalten – das, was andere sehen und erleben.

Eine gesunde Spiritualität beginnt bei den Wurzeln: Deine Verbindung zu Gott ist die Quelle Deiner Kraft. In der Bibel heißt es: „Sie sind wie Bäume, gepflanzt am Wasser, die ihre Frucht zu seiner Zeit bringen.“ (Psalm 1,3)


3. Das Prinzip der Reife (vertieft)

Reife zeigt sich in der Qualität Deiner Ziele:

  • Frag Dich ehrlich: „Warum tue ich, was ich tue?“
  • Ziele, die aus dem Sein entspringen, bringen langfristig Frieden und Freude, während impulsgetriebene Ziele oft nur kurzfristig befriedigen.

Reflexion: Der Schatz in Deinem Alltag

Die Frage, die Du Dir stellen solltest, ist: Wie sieht der „Acker“ meines Lebens aus?

  • Pflegst Du ihn bewusst, oder lässt Du Unkraut wuchern?
  • Siehst Du den Schatz, den Gott in Deinem Alltag verborgen hat, oder bist Du zu beschäftigt, ihn zu suchen?

Eine gesunde Spiritualität hilft Dir, diesen Schatz zu entdecken – nicht durch Leistung, sondern durch Vertrauen auf Gottes Führung. Es geht darum, aus einer Identität des Seins zu leben, nicht aus einem ständigen Streben nach mehr.


Zusammenfassung

  1. Warum? Eine gesunde Spiritualität füllt Deine Seele und ermöglicht es Dir, aus der Fülle zu leben – nicht aus dem Mangel.
  2. Was? Sie ist geprägt von Gerechtigkeit, Frieden und Freude und entspringt aus dem Wissen, dass Du in Gott bereits alles hast, was Du brauchst.
  3. Wie? Indem Du Deine Sinne, Werte und Ziele auf Gottes Prinzipien ausrichtest und bewusst Dein Leben aus dem Sein gestaltest.

Der Schatz liegt bereits in Deinem Acker. Alles, was Du tun musst, ist, ihn zu entdecken und Dein Leben daraus zu gestalten.


Gruppenarbeit:

Arbeitsblatt 1: Warum ist eine gesunde Spiritualität wichtig?


Einstieg: Dein innerer Zustand

„Ich bin einfach leer.“ Schon mal gesagt? Oder gedacht?

Manchmal sind wir wie ein Handy mit 1 % Akku, das sich ständig fragt, warum es den Tag nicht übersteht. Spoiler: Einmal kurz ans Ladegerät hätte gereicht.

Aufgabe 1: Selbstdiagnose

  1. Wie fühlst Du Dich aktuell? a) Gefüllt wie ein Brunnen nach dem Regen. b) Halb voll wie eine Tasse Kaffee am Nachmittag. c) Leerer als die Tanknadel nach einem Roadtrip.
  2. Reflektiere ehrlich:
    • Was füllt Dich aktuell im Alltag (z. B. Arbeit, Familie, Anerkennung)?
    • Was raubt Dir Energie?

Gegenfrage: Kann ich auf Dauer aus einer leeren Seele leben?

„Ich bin super gestresst, aber irgendwie funktioniert es ja.“ Klingt logisch, oder? Aber denk mal drüber nach: Wenn ein Auto kein Benzin hat, fährt es auch nicht schneller, nur weil Du das Gaspedal durchtreten willst.

Aufgabe 2: Diskutiert die Aussage in der Gruppe:

  • „Ich kann auch ohne gefüllte Seele alles schaffen – ich bin halt belastbar.“
  • Was denkst Du: Funktioniert das wirklich, oder gibt es langfristige Folgen?
  • Wo hast Du vielleicht selbst schon gemerkt, dass innerer Mangel zu äußerer Erschöpfung führt?

Erkenntnis: Warum ist eine gefüllte Seele wichtig?

Lies Psalm 131,2:

„Ich habe meine Seele besänftigt und beruhigt; wie ein entwöhntes Kind bei seiner Mutter, so ist meine Seele ruhig in mir.“

Fragen zur Reflexion:

  • Wie unterscheidet sich das Leben mit einer gefüllten Seele von einem Leben mit einer leeren Seele?
  • Welche Rolle spielt Ruhe in Deinem Alltag? Und wann hast Du zuletzt bewusst innegehalten?

Gruppenoutput:

  • Notiert drei Gründe, warum eine gefüllte Seele für ein gesundes Leben wichtig ist.
  • Überlegt ein praktisches Beispiel aus eurem Alltag, das zeigt, wie wichtig innere Fülle ist (z. B. ein „Akku leer“-Moment).

Arbeitsblatt 2: Was ist eine gesunde Spiritualität?


Einstieg: Gesund oder toxisch?

„Ich bin ein guter Christ, weil ich alles richtig mache.“ Klingt schön – aber irgendwie auch falsch, oder?

Aufgabe 1: Gesunde vs. toxische Spiritualität

Diskutiert folgende Aussagen:

  1. „Eine gesunde Spiritualität bedeutet, dass ich immer erfolgreich bin und Gottes Segen spürbar ist.“
  2. „Toxische Spiritualität entsteht nur bei anderen, nicht bei mir.“
  • Wo siehst Du Widersprüche in diesen Aussagen?
  • Wie würdest Du den Unterschied zwischen gesunder und toxischer Spiritualität beschreiben?

Das Gleichnis vom Schatz im Acker

Jesus beschreibt in Matthäus 13,44 das Reich Gottes als einen Schatz in einem Acker. Doch warum liegt dieser Schatz nicht im Himmel, sondern in etwas Alltäglichem?

Aufgabe 2: Verborgene Schätze

  • Was bedeutet der Acker in Deinem Leben? Ist er mühsam, unscheinbar oder voller Möglichkeiten?
  • Wie würdest Du den Schatz beschreiben, den Gott für Dich in Deinem Alltag bereithält?
  • Was braucht es, um diesen Schatz zu entdecken?

Merkmale gesunder Spiritualität

Lies Römer 14,17:

„Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist.“

Aufgabe 3: Die drei Säulen

  1. Gerechtigkeit: Wie kannst Du Gottes Maßstäbe in Deinen Entscheidungen sichtbar machen?
  2. Frieden: Wann hast Du das letzte Mal Frieden gespürt – unabhängig von äußeren Umständen?
  3. Freude: Was ist der Unterschied zwischen Freude, die von Gott kommt, und oberflächlicher Fröhlichkeit?

Gruppenoutput:

  • Erstellt eine Definition: Was macht eine gesunde Spiritualität aus?
  • Findet ein Beispiel, wo ihr Gerechtigkeit, Frieden und Freude konkret in eurem Alltag erlebt habt.

Arbeitsblatt 3: Wie lebe ich eine gesunde Spiritualität?


Einstieg: „Ich bin schon gut unterwegs.“

„Ich muss nichts ändern – ich mache schon alles richtig.“ Klingt beruhigend, oder? Aber Hand aufs Herz: Wenn Du sagst, „Ich bin schon gut unterwegs“, warum liest Du dann dieses Arbeitsblatt?


1. Das Prinzip der Reife

Frag Dich ehrlich:

  • Warum tust Du, was Du tust?
  • Sind Deine Ziele impulsgetrieben (z. B. sofortige Befriedigung) oder langfristig?

Aufgabe 1: Reife reflektieren

Zeichnet in der Gruppe ein Koordinatensystem:

  • Die X-Achse steht für Zeit, die Y-Achse für die Qualität der Ziele.
  • Positioniert einige Beispiele: Wo würdet ihr kurzfristige, egozentrische oder langfristige, altruistische Ziele einordnen?

Diskutiert:

  • Welche Art von Zielen prägen Eure Entscheidungen im Alltag?
  • Was ändert sich, wenn ihr aus dem Sein heraus handelt, statt aus dem „Ich muss, um zu…“?

2. Das Prinzip des Psychismus

„Alles hat einen Grund.“ Klingt logisch, oder? Aber mal ehrlich: Nicht jeder Grund ist gut, nur weil er sich gut anfühlt.

Aufgabe 2: Den Prozess verstehen

Nutzt das Schema des Psychismus:

  • Welche „Schädlinge“ prägen Eure Wahrnehmung (z. B. Sorgen, negative Gedanken)?
  • Wie beeinflussen diese Eure Haltung und schließlich Euer Verhalten?
  • Diskutiert: Wie könnt ihr Eure Sinne bewusst mit dem Positiven verbinden, auch wenn es sich nicht sofort gut anfühlt?

3. Der Wertebaum

Lies Psalm 1,3:

„Sie sind wie Bäume, gepflanzt am Wasser, die ihre Frucht zu seiner Zeit bringen.“

Aufgabe 3: Den Baum betrachten

  • Wurzeln: Was sind die Werte und Prinzipien, die Dein Leben nähren?
  • Stamm: Wie beeinflussen diese Werte Deine innere Haltung?
  • Früchte: Wie spiegeln sich Deine Werte in Deinem Verhalten wider?

Gruppenoutput:

  • Zeichnet einen Baum und beschreibt Wurzeln, Stamm und Früchte Eurer Spiritualität.
  • Entwickelt eine konkrete Handlung, die Euch hilft, Eure Wurzeln tiefer zu verankern.

Abschluss: Ein Gedanke zur Reflexion

„Ich kann den Schatz in meinem Leben nicht sehen, weil der Acker zu anstrengend ist.“ Klingt nach einer Ausrede, oder? Der Schatz ist da – aber bist Du bereit, den Acker zu bearbeiten?