Versiegeln und Öffnen
Daniel 8,14.26; Daniel 12,4–10; Offenbarung 10
Die Prophezeiungen Daniels und die Visionen des Apostels Johannes zeigen, dass Daniels Prophezeiungen über das Ende der Zeit versiegelt wurden, um erst in der Endzeit verstanden zu werden. Die Vision von den 2300 Tagen (2300 Jahre) endet im Jahr 1844, dem Zeitpunkt der „Reinigung des Heiligtums“. William Miller und andere Gläubige verstanden dies zunächst falsch als die Wiederkunft Jesu, was zur „Großen Enttäuschung“ führte. Die Botschaft in Offenbarung 10,11 weist jedoch darauf hin, dass das Studium der Prophezeiungen nach dieser Enttäuschung weitergehen sollte.
1. Biblischer Kontext der Vision von den 2300 Tagen
- Daniel 8:14 – Die Prophezeiung spricht von 2300 Abenden und Morgen, die als 2300 prophetische Tage gedeutet werden. Laut der Protestantischen Auslegung wird ein prophetischer Tag in der Bibel oft als ein Jahr angesehen (siehe 4. Mose 14:34 und Hesekiel 4:6).
- Die 2300 Tage/Jahre werden also als eine Zeitperiode von 2300 Jahren verstanden.
2. Startpunkt der Prophetie
- Der Schlüssel zur Berechnung dieser 2300 Jahre ist der Startpunkt, der im Zusammenhang mit der 70-Wochen-Prophetie aus Daniel 9 gefunden wird.
- Daniel 9:24-27 gibt den Hinweis, dass die 70 Wochen (490 Jahre) Teil der größeren 2300 Jahre sind.
- Der Erlass von Artaxerxes im Jahr 457 v. Chr. (als er den Juden erlaubte, Jerusalem wiederaufzubauen) wird als der Beginn der 2300 Jahre betrachtet.
- Esra 7:11-26: Hier findest du den Brief von Artaxerxes an Esra, in dem ihm die Befugnis erteilt wird, das Gesetz Gottes in Jerusalem durchzusetzen und den Wiederaufbau zu leiten. Besonders Esra 7:13 erwähnt, dass es den Juden erlaubt ist, nach Jerusalem zurückzukehren.
3. Wichtige Meilensteine innerhalb der 2300 Jahre
- 70-Wochen-Prophetie (Daniel 9): Die ersten 490 Jahre der 2300 Jahre beziehen sich auf das jüdische Volk und den Kommen des Messias.
- 457 v. Chr. – Beginn des Erlasses.
- 27 n. Chr. – Jesus Christus wird getauft und beginnt seinen öffentlichen Dienst („der Gesalbte kommt“).
- 31 n. Chr. – Kreuzigung Jesu (in der Mitte der letzten Woche, also nach 3,5 Jahren).
- 34 n. Chr. – Ende der 70 Wochen (490 Jahre). Stephanus wird gesteinigt, und die Mission geht zu den Heiden über.
- Die restlichen 1810 Jahre nach dem Jahr 34 n. Chr. führen uns zum Jahr 1844 n. Chr.
Das Heiligtum und der Versöhnungstag
Hebräer 8,1–5; Psalm 102,20; 2. Mose 29–30; 3. Mose 16
Das irdische Heiligtum ist ein Abbild des himmlischen Heiligtums. Die Zeremonien des Vorhofs, des Heiligen und des Allerheiligsten veranschaulichen den Erlösungsplan. Der Versöhnungstag (Jom Kippur) symbolisiert das endgültige Ende der Sünde. 1844 markiert somit wahrscheinlich den Beginn der letzten Phase dieses Erlösungsplans, bei dem Jesus als unser Hohepriester im himmlischen Heiligtum die Sünde endgültig beseitigt.
Verbindung zum Hohepriesterdienst Jesu
1. Timotheus 2,5; Hebräer 4,15–16; Hebräer 9,14
Jesus ist unser Hohepriester und Vermittler. Sein Dienst im himmlischen Heiligtum ist entscheidend für die endgültige Reinigung von Sünde. Er versteht unsere Schwächen und lädt uns ein, mit Zuversicht vor Gott zu treten, um Gnade und Barmherzigkeit zu empfangen.
Erfahrung des Versöhnungstages
Hebräer 7,27; 1. Johannes 4,16–18
In der Zeit des himmlischen Versöhnungstages zu leben, bedeutet, sich auf das vollkommene Opfer Jesu zu verlassen und mit Zuversicht dem Gericht entgegenzusehen. Es ist eine Zeit der inneren Reinigung, in der wir Gottes Gesetz in unser Herz schreiben lassen und uns von der Last der Sünde befreien lassen dürfen.