7. Sabbat Morgen: Der letzte Berg und ein neuer Anfang (Apostelgeschichte 1)

Gruppen Action:

Von der Idee zur Realität – Gedanken materialisieren mit der Hand-Methode

Es gibt diese Momente, in denen du das Gefühl hast, dass sich alles fügt. Wo du spürst: Ja, genau dafür wurde ich gemacht. Vielleicht ist es eine Begegnung, die dich tief berührt, ein Gespräch, das etwas in dir verändert, oder ein Moment mit Gott, in dem du plötzlich klarer siehst als je zuvor. Solche Bergmomente sind Geschenke – sie geben uns Kraft, sie inspirieren uns, sie erinnern uns daran, dass es mehr gibt als das, was wir mit bloßem Auge sehen. Aber was passiert danach? Denn so sicher, wie die Gipfelmomente kommen, so sicher folgt auch das Tal. Die Realität holt uns ein, mit ihren Herausforderungen, Fragen und manchmal auch Zweifeln.

Genau da stehen die Jünger in Apostelgeschichte 1. Sie haben alles erlebt: Jesu Wunder, seine Lehren, seinen Tod – und seine Auferstehung. Jetzt stehen sie mit ihm auf dem Ölberg, voller Hoffnung, voller Erwartungen. „Herr, wirst du jetzt dein Reich aufrichten?“ Doch Jesus gibt ihnen keine Zeitangabe, kein fertiges Konzept. Stattdessen gibt er ihnen eine Zusage: „Ihr werdet Kraft empfangen… und meine Zeugen sein.“ (Apg 1,8) Anders gesagt: Ihr müsst nicht alles wissen – aber ihr werdet ausgerüstet sein. Diese Szene erinnert uns daran, dass wir nicht auf den perfekten Moment warten müssen, sondern vertrauen dürfen, dass Gott uns ausrüstet, wenn die Zeit gekommen ist.

Vielleicht stehst du gerade an so einem Punkt: Zwischen der Erinnerung an vergangene Höhepunkte und der Frage, was jetzt kommt. Vielleicht wünschst du dir eine klare Antwort oder ein Zeichen. Aber was, wenn Gott dir stattdessen sagt: „Gehe los – du wirst unterwegs alles bekommen, was du brauchst“? Dann wäre es gut, nicht nur auf den nächsten Gipfelmoment zu hoffen, sondern im Vertrauen zu gehen, dass Gott uns in die Welt sendet – nicht, weil wir alles wissen, sondern weil er mit uns geht.

Aussendung, Vertrauen, Heiliger Geist, Kairos, Selbstführung

Fragen zur Vertiefung oder für Gruppengespräche:

  1. Wo hast du erlebt, dass Gott dich sendet, obwohl du dich noch nicht bereit fühlst?
  2. Was bedeutet es für dich, auf den Heiligen Geist zu vertrauen, statt alles selbst im Griff haben zu müssen?
  3. Wie kannst du in deinem Alltag bewusst mit der Kraft Gottes leben, statt auf den nächsten großen Moment zu warten?

Parallele Bibeltexte als Slogans:

Matthäus 28,19-20 — „Geht hin – und ich bin bei euch“

Johannes 16,13 — „Der Geist wird euch in alle Wahrheit leiten“

Jesaja 40,31 — „Wer auf den Herrn hofft, bekommt neue Kraft“

2. Timotheus 1,7 — „Gott hat uns keinen Geist der Furcht gegeben“

Wenn du wissen willst, warum es sich lohnt, vom Berg hinab ins Leben zu gehen – und wie Gott dich für das ausrüstet, was kommt – dann tauche tiefer ein.

Der Kontext: – Bundesleiter-Lehrgang Edition

Kurzgesagt: Die Jünger stehen auf dem Ölberg, an einem der bedeutendsten Momente der Geschichte. Alles, was sie mit Jesus erlebt haben – all die Wunder, die Zweifel, die Hoffnungen und Ängste – hat sie hierhergeführt. Jetzt kommt der große Moment, die finale Offenbarung… und dann? Dann geht Jesus einfach. Statt einer endgültigen Antwort gibt er ihnen eine Mission, statt einer politischen Wiederherstellung gibt er ihnen die Verheißung des Heiligen Geistes. Und während sie noch nach oben starren, kommt die Realität des Alltags mit voller Wucht zurück. Willkommen in der Spannung zwischen göttlicher Berufung und menschlicher Unsicherheit.

Der Ölberg ist nicht irgendein Ort. Hier hat Jesus oft gebetet, hier wurde er verhaftet, hier verkündete er gewaltige Prophezeiungen. Und jetzt, genau hier, gibt er seinen letzten Auftrag. Die Jünger haben drei Jahre lang versucht, ihn zu verstehen, haben ihn sterben und auferstehen sehen – und trotzdem sind ihre Fragen immer noch irdisch. „Wann wirst du Israel wiederherstellen?“ Sie denken immer noch politisch, national, greifbar. Doch Jesus antwortet mit etwas, das größer ist: Es geht nicht um ein irdisches Reich, sondern um eine geistliche Bewegung, die die ganze Welt verändern wird. Und statt einer Zeitangabe gibt er ihnen etwas, das viel wichtiger ist: Die Kraft des Heiligen Geistes.

Hier fällt das griechische Wort „dynamis“ (δύναμις) auf – es ist die gleiche Wurzel, aus der unser Wort „Dynamit“ kommt. Jesus sagt nicht einfach „ihr bekommt ein bisschen göttliche Inspiration“, sondern: „Ihr werdet mit der explosiven, transformierenden Kraft Gottes ausgerüstet!“ Und dann? Dann geht er. Einfach so. Während sie noch nach oben starren, erscheinen zwei Engel und holen sie zurück in die Realität. Gucken bringt nichts – jetzt ist Handeln angesagt.

Diese Spannung zwischen göttlichem Moment und irdischer Aufgabe zieht sich bis heute durch unser Leben. Es gibt diese Augenblicke, in denen wir spüren: Gott ist hier. Wir sind berührt, inspiriert, gestärkt. Und dann? Dann kommt Montag. Alltag. Herausforderungen. Aber genau da hinein spricht Jesus: „Ihr werdet meine Zeugen sein.“ Nicht nur auf dem Berg, nicht nur im Lobpreis, nicht nur in den Highlights. Sondern in Jerusalem (bei dir zu Hause), in Judäa (in deinem Umfeld), in Samaria (an schwierigen Orten) und bis ans Ende der Welt (wohin Gott dich auch sendet).

Die Jünger mussten lernen, dass die Verklärung Jesu nicht das Ziel war, sondern der Startschuss. Und genau das ist auch die Botschaft für uns: Dein Glaube ist nicht für die Berge, sondern für die Täler. Für das Leben. Für die Welt.

Ein Kommentar zum Text – Bundesleiter-Lehrgang Edition

Die Szene auf dem Ölberg hat etwas von einem Staffelfinale. Alles hat sich auf diesen Moment zugespitzt: Die Jünger haben drei Jahre mit Jesus verbracht, sie haben seine Wunder gesehen, seine Worte gehört, seine Gefangennahme miterlebt – und dann kam die dramatische Wendung: Kreuzigung, Auferstehung, unfassbare Begegnungen mit dem auferstandenen Christus. Jetzt stehen sie da, auf dem Berg, voller Fragen, voller Erwartungen. Und was passiert? Jesus verabschiedet sich mit einem Auftrag und überlässt ihnen den Rest. Wenn das kein Cliffhanger ist.

Die Frage der Jünger ist verständlich: „Herr, stellst du in dieser Zeit das Reich für Israel wieder her?“ (Apostelgeschichte 1,6). Sie denken immer noch in irdischen Kategorien. In ihrer Vorstellung sollte der Messias doch ein physisches Königreich errichten. Jetzt, wo er den Tod besiegt hat – jetzt wäre doch der perfekte Moment! Doch Jesus korrigiert ihr Denken sanft, aber bestimmt. Er sagt ihnen nicht, dass es nie passieren wird. Aber er macht klar: Die Zeiten und Zeitpunkte („chronos“ und „kairos“) gehören in Gottes Hände – eure Aufgabe ist eine andere. Statt Antworten zu geben, gibt er ihnen eine Mission. Statt Kontrolle, schenkt er ihnen eine Verheißung: „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen“ (Apg 1,8).

Dieses Wort „Kraft“ ist im Griechischen „dynamis“ (δύναμις), und es ist dasselbe Wort, das für Wunderkraft oder sogar explosive Energie verwendet wird – ja, hier steckt unser Wort „Dynamit“ drin. Jesus sagt also nicht einfach: „Ihr kriegt ein bisschen Hilfe von oben.“ Er sagt: Ihr bekommt eine göttliche Sprengkraft, die euch zu Zeugen macht – in Jerusalem, Judäa, Samaria und bis ans Ende der Welt. Diese vier Orte sind mehr als eine geografische Liste. Jerusalem ist der Ort des Bekannten, des eigenen Umfelds. Judäa ist das erweiterte Netzwerk – Menschen, mit denen man sich noch identifizieren kann. Samaria? Das ist die unangenehme Zone, der Ort der Feinde, der Herausforderung. Und dann? Das Ende der Welt. Sprich: Es gibt keine Grenzen für diese Mission.

Und dann passiert das Unerwartete: Jesus verschwindet vor ihren Augen. Sie stehen da, starren nach oben, völlig überfordert. Und dann tauchen zwei Engel auf und sagen im Grunde: „Was steht ihr hier noch rum? Weiter geht’s!“ (vgl. Apostelgeschichte 1,11). Eine göttliche Erinnerung daran, dass der Glaube kein Zuschauer-Sport ist. Die Jünger müssen jetzt den nächsten Schritt tun – ohne Jesus sichtbar an ihrer Seite, aber mit der Verheißung, dass sein Geist sie leiten wird.

Was bedeutet das für uns? Wir alle haben diese „Bergmomente“, in denen wir Gottes Nähe intensiv spüren, in denen alles Sinn ergibt. Aber die Wahrheit ist: Der Glaube wird nicht auf dem Berg getestet, sondern im Tal. Jesus bereitet seine Jünger nicht darauf vor, in einer frommen Blase zu bleiben, sondern in die Welt zu gehen – mit all ihren Spannungen, Zweifeln und Herausforderungen. Und genau dort zeigt sich die wahre Kraft des Heiligen Geistes.

Mit dieser Szene beginnt eine neue Ära. Es ist der Moment, in dem die Jünger begreifen müssen: Sie sind nicht mehr nur Nachfolger, sondern nun selbst Leiter. Sie werden nicht nur empfangen, sondern sie werden gesandt. Und genau das ist der Punkt, an dem wir in die nächste Phase eintreten: Was bedeutet es praktisch, diesen Auftrag zu leben? Wie verändert das unsere Selbstführung, unsere Entscheidungen, unseren Umgang mit anderen? Genau das werden wir in der SPACE-Anwendung vertiefen.

Die SPACE-Anwendung – Bundesleiter-Lehrgang Edition*

S – Sünde (Sin)

Es gibt eine unbequeme Wahrheit, die wir vielleicht nicht gerne hören: Leiterschaft wird nicht durch Warten definiert. Klar, es gibt Zeiten, in denen wir still sein und hören sollten. Aber zu oft bleiben wir im „Ich warte auf ein Zeichen“-Modus stecken, obwohl Gott uns längst eine Richtung gegeben hat.

Schau dir die Jünger an: Sie haben alles gesehen. Die Wunder, die Heilungen, die Kreuzigung, die Auferstehung. Und trotzdem fragen sie Jesus: „Wann stellst du das Reich wieder her?“ (Apg 1,6). Mit anderen Worten: „Wann passiert endlich das, was wir uns vorstellen?“ – als ob Gottes Plan erst dann real ist, wenn er in ihr Schema passt.

Und Jesus? Er gibt keine neuen Infos, kein fancy Roadmap-Diagramm. Er sagt: „Ihr werdet Kraft empfangen.“ (Apg 1,8). Kein exakter Plan. Keine genauen Details. Nur ein Versprechen.

Das Problem? Wir wollen lieber ein GPS als eine Einladung zum Vertrauen. Vielleicht ist genau das unsere größte Verfehlung als Leiter: Wir sind so damit beschäftigt, auf den perfekten Plan zu warten, dass wir den Auftrag ignorieren, der schon längst da ist.

P – Verheißung (Promise)

Aber Jesus lässt die Jünger nicht im Nebel stehen. „Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch kommt.“ (Apg 1,8). Hier steckt eine Riesenverheißung drin, die wir nicht überlesen sollten: Leiterschaft im Reich Gottes ist keine Einzelleistung.

Das griechische Wort für Kraft ist dynamis (δύναμις) – ja, genau das, wovon unser Wort Dynamit kommt. Jesus verspricht nicht ein bisschen innere Ruhe oder ein nettes Bauchgefühl. Er verspricht eine Kraft, die explosiv ist, die bewegt, die Dinge verändert.

Und das bedeutet für dich als Leiter: Du musst nicht alles wissen. Du musst nicht alles können. Dein Job ist es nicht, aus eigener Kraft einen perfekten Plan zu entwerfen, sondern dich vom Heiligen Geist führen zu lassen.

Leiterschaft beginnt also nicht mit einem Masterplan, sondern mit einer tiefen Verbindung zu Gott. Ein Plan ohne Geist ist Management. Ein Geist ohne Plan ist Chaos. Aber wenn der Geist den Plan führt? Dann passiert Reich Gottes.

A – Aktion (Action)

Jesus gibt den Jüngern eine klare Reihenfolge – und das ist spannend für jeden, der in Leiterschaft steht. Denn er sagt nicht einfach „Geht los und macht mal.“ Er gibt eine klare Strategie:

  1. Jerusalem – Das Naheliegende. Dein engster Kreis, dein Team, deine Leute. Die erste Frage ist: Investierst du in deine Basis? Ein Leiter, der nur nach außen fokussiert ist, aber seine eigene Leute nicht aufbaut, wird langfristig scheitern.
  2. Judäa – Die nächste Ebene. Menschen, mit denen du schon eine lose Verbindung hast. Beziehungen, die vertieft werden können. Gute Leiter wissen: Du kannst nicht alles alleine machen. Dein Einfluss wächst mit den Menschen, in die du investierst.
  3. Samaria – Der unbequeme Bereich. Leute, mit denen du vielleicht gar nicht arbeiten willst. Die herausfordernden Gespräche. Die Konflikte. Gute Leiter drücken sich nicht davor, sondern gehen dorthin, wo es unbequem wird.
  4. Die Welt – Das große Ganze. Das ist der Punkt, an dem die Jünger begreifen mussten: Es geht nicht um sie. Leiterschaft ist größer als deine persönliche Komfortzone. Wenn dein Horizont nur bis zu deinem kleinen Kreis reicht, hast du den Auftrag nicht verstanden.

Kurz gesagt: Leiterschaft bedeutet nicht nur Vision haben – sondern auch Prioritäten setzen.

C – Appell (Command)

Jetzt wird’s herausfordernd. Denn nachdem Jesus das gesagt hat, fährt er in den Himmel auf – und die Jünger bleiben einfach stehen und starren. (Apg 1,9-11). Und zwei Engel müssen sie wachrütteln: „Warum steht ihr hier noch rum?“

Übersetzt: „Hey, Gott hat euch gerade einen Auftrag gegeben – und ihr starrt einfach weiter nach oben?“

Vielleicht bist du an dem Punkt. Vielleicht wartest du auf ein „klares Zeichen“, aber das Zeichen ist längst da. Vielleicht ist es an der Zeit, nicht mehr in den Himmel zu starren – sondern endlich anzufangen.

E – Beispiel (Example)

Und falls du denkst: „Aber ich bin noch nicht soweit!“ – willkommen in der Realität. Kein Leiter fühlt sich je „bereit“. Schau dir die biblischen Beispiele an:

  1. Mose – Der Unsichere. „Ich kann nicht reden.“ „Ich bin nicht gut genug.“ Und trotzdem wird er zum größten Leiter Israels. Warum? Weil Gott nicht Perfektion sucht, sondern Gehorsam. (2. Mose 3,11-14).
  2. Nehemia – Der Stratege. Hätte Nehemia einfach „blind drauf losgelegt“, wäre der Mauerbau von Jerusalem gescheitert. Er hat geplant, gebetet, priorisiert – aber dann auch losgelegt. (Nehemia 2,4-5). Leiterschaft ist kein Entweder-oder, sondern ein Zusammenspiel von Strategie und Vertrauen.

Gott gebraucht keine perfekten Leiter – er gebraucht Leiter, die bereit sind zu gehen.

Also, was jetzt?

Die Frage ist nicht mehr: „Sollte ich?“ sondern: „Warte ich noch – oder gehe ich los?“

Hier ist dein Reminder als Leiter: Leiterschaft ist kein Warten auf Perfektion. Es ist auch nicht „planloses Drauflosrennen“. Es ist das bewusste Gehen in Abhängigkeit vom Geist Gottes, mit klarem Fokus, ohne sich in Endlos-Debatten über das „Wann“ und „Wie genau“ zu verlieren.

Jesus hat dich nicht berufen, in den Himmel zu starren und auf einen perfekten Plan zu warten. Er hat dich gerufen, dein Jerusalem, dein Judäa, dein Samaria und die Welt zu prägen.

Also: Wo bist du noch am Warten – obwohl Gott längst gesprochen hat?

Vielleicht ist heute der Tag, an dem du nicht mehr nach oben starrst – sondern losgehst.

Persönliche Identifikation mit dem Text – Bundesleiter-Lehrgang Edition

Es gibt diese Momente, in denen alles Sinn zu ergeben scheint. Du stehst an einem Punkt, an dem du genau weißt, wohin die Reise geht – und dann, einen Augenblick später, verschwindet diese Klarheit wieder. Zurück bleibt der Alltag, mit all seinen Fragen, Unsicherheiten und Herausforderungen. Genau das erleben die Jünger in Apostelgeschichte 1. Sie haben Jesus gesehen, gehört, berührt. Die Zweifel wurden durch seine Auferstehung hinweggefegt, Thomas hat ihn mit eigenen Augen erkannt, und alle stehen jetzt mit ihm auf dem Ölberg, kurz bevor er in den Himmel aufgenommen wird. Der perfekte Moment für eine klare Anweisung, für einen göttlichen Strategie-Plan. Aber was passiert? Jesus gibt ihnen eine Richtung, aber keine detaillierte Roadmap. Er gibt ihnen ein Versprechen, aber keine Stoppuhr. „Es steht euch nicht zu, die Zeiten und Fristen zu kennen.“ (Apg 1,7) Anders gesagt: „Ihr braucht nicht jedes Detail zu wissen, ihr müsst nur wissen, dass ihr gehen sollt.“

Und genau da fängt es an, unbequem zu werden. Wir lieben Kontrolle. Wir lieben Pläne, Listen, vorbereitete Szenarien. Aber Gott ruft uns nicht dazu, alles vorherzusortieren, sondern mutig loszugehen – auch wenn wir noch nicht jeden Schritt kennen. Die Jünger hätten am liebsten gewusst, wann genau Gott „alles wiederherstellen“ würde, doch Jesus lenkt ihren Fokus um: Nicht das Wann zählt, sondern das Was und das Wer. Ihr werdet Kraft empfangen. Ihr werdet meine Zeugen sein. Und dann? Dann wird er vor ihren Augen entrückt – und die Jünger bleiben stehen. Ein Moment wie aus einem Film: Hauptdarsteller verlässt die Szene, alle schauen sprachlos hinterher. Aber das Drehbuch geht weiter, und es ist kein Standbild, sondern eine Einladung zum Handeln.

Was bedeutet das für dich und mich? Vielleicht warten wir auf den perfekten Moment, die klare Ansage, die hundertprozentige Sicherheit. Doch was, wenn der Auftrag längst da ist und wir einfach losgehen sollten? Was, wenn das eigentliche Problem nicht die fehlende Klarheit, sondern unser Zögern ist? Leiterschaft heißt nicht, immer alles zu wissen. Es heißt, sich führen zu lassen, auch wenn der Weg nicht vollständig sichtbar ist. Es heißt, den nächsten Schritt zu gehen – nicht blind, sondern mit Vertrauen. Jesus hat seinen Jüngern nicht nur eine Mission gegeben, sondern auch den Heiligen Geist versprochen. Wir sind nicht alleine. Und genau deshalb kann dieser Text uns herausfordern, aber auch ermutigen: Du musst nicht alle Antworten haben. Du musst nur wissen, wem du folgst.

Also, was nun? Stehst du noch da und starrst in den Himmel – oder bewegst du dich bereits in die Richtung, in die Gott dich ruft? Vielleicht ist genau jetzt der Moment, den ersten Schritt zu tun. Nicht, weil du alles verstanden hast, sondern weil du dem vertraust, der dich sendet.

Zentrale Punkte der Ausarbeitung & Warum sie wichtig sind

  1. Bergmomente sind real – aber sie dauern nicht ewig. Die Verklärung auf dem Berg, die Himmelfahrt Jesu – es sind göttliche Highlights, die den Blick auf eine größere Realität freigeben. Aber danach? Geht es zurück ins Tal. Diese Bergmomente sind keine Endstation, sondern Ermutigung für den nächsten Schritt. Das ist wichtig, weil wir nicht von einem geistlichen Hoch zum nächsten leben können. Glaube zeigt sich nicht in der Extase, sondern im Vertrauen nach dem Gipfelmoment.
  2. Gott gibt keine vollständige Karte – aber er gibt Richtung. Die Jünger hätten am liebsten gewusst: Wann kommt dein Reich? Was passiert als Nächstes? Aber Jesus gibt ihnen keine exakte Antwort. Er gibt ihnen einen Auftrag – und die Zusage des Heiligen Geistes. Das ist wichtig, weil wir oft darauf warten, dass Gott alle Details klärt, bevor wir losgehen. Aber Glaube bedeutet nicht, alles zu wissen – sondern dem zu vertrauen, der führt.
  3. Leiterschaft heißt nicht, alles zu wissen, sondern sich senden zu lassen. Jesus erwartet von seinen Jüngern nicht, dass sie einen perfekten Masterplan haben. Er gibt ihnen einen Fokus: „Ihr werdet meine Zeugen sein.“ Leiterschaft ist also nicht Kontrolle, sondern Sendung. Das ist wichtig für dich, weil es bedeutet, dass du nicht alles alleine tragen musst. Du bist nicht die Quelle der Kraft – der Heilige Geist ist es.
  4. Warten ist nicht Passivität, sondern Vorbereitung. Die Jünger sollten warten, bis sie den Heiligen Geist empfangen. Nicht, weil Gott sie bremsen wollte, sondern weil sie ohne ihn nichts tun konnten. Manchmal bedeutet Gehorsam nicht sofort loszurennen, sondern sich bewusst von Gott ausrüsten zu lassen. Das ist wichtig, weil es uns zeigt: Wir sollten nicht auf den perfekten Moment warten – aber wir sollten auch nicht ohne geistliche Grundlage losziehen.
  5. Gott sendet uns nicht allein. Die Jünger bekommen nicht nur einen Auftrag, sondern auch eine Zusage: „Ihr werdet Kraft empfangen.“ (Apg 1,8) Das ist wichtig, weil es zeigt: Gott verlangt nichts von uns, wozu er uns nicht auch befähigt. Wir haben den Heiligen Geist – und damit alles, was wir brauchen, um das zu tun, wozu wir berufen sind.

Mehrwert der Ausarbeitung für dich

  • Klarheit & Fokus: Sie hilft dir, die Bedeutung von „Bergmomenten“ zu verstehen – warum sie wichtig sind, aber warum wir nicht dort stehen bleiben können.
  • Ermutigung & Vertrauen: Sie zeigt, dass du nicht erst alles wissen musst, bevor du Schritte im Glauben gehst.
  • Leiterschaft & Sendung: Sie bringt das Thema Selbstführung ins Spiel – wie du ausgerüstet und mit Klarheit in deine Berufung gehst.
  • Praktische Relevanz: Sie hilft dir zu erkennen, wann es Zeit ist, zu warten – und wann es Zeit ist, zu gehen.

Kurz gesagt: Diese Ausarbeitung zeigt, dass es nicht um Wissen, sondern um Vertrauen geht. Dass Sendung keine Last, sondern eine Zusage ist. Und dass du nicht alles selbst tragen musst – weil Gott längst den nächsten Schritt vorbereitet hat.


*Die SPACE-Analyse im Detail:

Sünde (Sin): In diesem Schritt überlegst du, ob der Bibeltext eine spezifische Sünde aufzeigt, vor der du dich hüten solltest. Es geht darum, persönliche Fehler oder falsche Verhaltensweisen zu erkennen, die der Text anspricht. Sprich, Sünde, wird hier als Verfehlung gegenüber den „Lebens fördernden Standards“ definiert.

Verheißung (Promise): Hier suchst du nach Verheißungen in dem Text. Das können Zusagen Gottes sein, die dir Mut, Hoffnung oder Trost geben. Diese Verheißungen sind Erinnerungen an Gottes Charakter und seine treue Fürsorge.

Aktion (Action): Dieser Teil betrachtet, welche Handlungen oder Verhaltensänderungen der Text vorschlägt. Es geht um konkrete Schritte, die du unternehmen kannst, um deinen Glauben in die Tat umzusetzen.

Appell (Command): Hier identifizierst du, ob es in dem Text ein direktes Gebot oder eine Aufforderung gibt, die Gott an seine Leser richtet. Dieser Schritt hilft dir, Gottes Willen für dein Leben besser zu verstehen.

Beispiel (Example): Schließlich suchst du nach Beispielen im Text, die du nachahmen (oder manchmal auch vermeiden) solltest. Das können Handlungen oder Charaktereigenschaften von Personen in der Bibel sein, die als Vorbild dienen.

Diese Methode hilft dabei, die Bibel nicht nur als historisches oder spirituelles Dokument zu lesen, sondern sie auch praktisch und persönlich anzuwenden. Sie dient dazu, das Wort Gottes lebendig und relevant im Alltag zu machen.